Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 168 (sequence 203)
- Language
- German
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— 168 worden sind! Denn ein Hauptzug des jüdischen Stammcharakters ist seine ethische Tendenz, daß der jüdische Volksgeist nämlich als ein vorwiegend realistischer und praktischer Dasjenige ethisch ausprägt und verwerthet, was der Grieche z. B. spekulativ oder künstlerisch gestaltet; jene Sagen, die keinen ethischen Gehalt haben und dennoch vom jüdischen Schriftthum aufbewahrt worden sind, weisen daher auf eine nichtjüdische, arische Wurzel hin. Auf welche Weise und durch welche vermittelnde Zwischenglieder der arisch-semitische Synkretismus auf dem Felde der Sage entstanden ist, dies hier zu untersuchen und nachzuweisen liegt unserer Aufgabe fern; es gilt blos Beispiele zu Liefern, welche unsere Behauptung, daß auch jüdische Sagen unter dem Einflüße, des arischen Geistes sich entwickelt haben, zu .bestätigen. Wie Professor Adalbert Kühn in seiner ausgezeichneten Schrift: „Die Herkunft des Feuers und des Göttertrankes" (Berlin, 1860) nachgewiesen hat, zieht sich durch die ganze arische Welt die Sage von Prometheus, der das Feuer den Menschen bringt und dadurch ihr Wohlthäter wird, d. h., wenn wir die Sage ihres mythischen Gewandes entkleiden, die Menschen haben durch Friction oder Bohren zweier Hölzer das Feuer erhalten, indem der griechische Prometheus oder der indische Pramantha mit manthana von der Wurzel matd zusammenhängt, und math-na-mi ober manth-a-mi ich schüttle, reibe, bringe durch Reiben hervor, bedeutet. Wohlan denn! Der griechische Prometheus oder der indische Pramantha ist Adam in der jüdischen Sage! Bon dem Letzter« erzählt