Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 151 (sequence 186)
- Language
- German
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151 seiner heißesten Wünsche und Hoffnungen nicht nur nicht zu betrüben, sondern im Gegentheil zu freuen schien. Immer mehr und mehr wurde er in der Ansicht bestärkt, daß die Mutter, das was er für sein größtes " Unglück ansah, als ein Glück betrachtete/ und als er ihr eines Tages gerade heraus sagte: Mir scheint Du freust Dich gar darüber! —Da antwortete die Mutter rathselhaft: Ja mein Kind! ich freu' mich darüber, denn ich weiß mein' „Weiß" (Wissen); die Engel im Himmel freuen sich auch darüber, und ich hoff' zu Gott, es wird einmal ein Tag kommen, wo auch Du Dich drüber freuen wirst. Dann wirst Du erst sehen, wie stark Gott ist, und was er Alles in seiner Macht hat. Gott's Wege sind dunkel und unerforschlich, und der sündige Mensch kann nicht wissen, was ihm zum Guten und was ihm zum Bösen ist. Ich hoff' zu Gott, es wird Dir zum Guten sein! , - Jossef verstand den geheimen Siyn dieser dunklen Nede nicht. Betrübt schlich er wieder von dannen, wie er schon oft gethan, um sich heimlich auszuweinen. Indessen trat die ganze Angelegenheit für den Moment in den Hintergrund; eine andere Sache brachte einige Aufregung im Hause hervor. Blümele war herangewachsen, aus dem Kinde war eine Jungfrau geworden. Neun Jahre waren verflossen, seitdem sie ihrem Bruder auf der Fahrt zu seiner Braut das schwesterliche Geleite gegeben, nun sollte sie selber Braut werden. Die Mutter war fest entschlossen das Mädchen unter die Haube zu bringen, Blüwele aber wollte auf deü Vorschlag nicht