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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1868-01-01 · Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868) · p. Seite 41

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
Date
1868-01-01
Page
Seite 41 (sequence 76)
Language
German
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41 pören. Wir halten dieses Vorgehen nicht nur für ungerecht, sondern für unklug, da man durch die jetzigen Mittel gerade das Gegentheil von dem erzielt, was man eigentlich erreichen will. Wir müßten jedoch der Wahrheit ins Angesicht schlagen, wenn wir behaupten wollten, daß die Zustände und das Vorgehen der Juden in Galizien irgendwie erbaulich seien. Je inniger und wärmer Jemand Jude ist, desto tiefer muß er es bedauern, daß ein großer Theil der galizischen Juden „INeinm/.u b'kainobsm, „zur Schmach ihrer Gegner" wurden. Wir werden keiner Regierung das Recht einräumen, denjenigen Staatsbürgern , die nicht die nöthige Sorgfalt auf ihre äußere Erscheinung legen, oder die nicht einen gewissen Grad von Bildung erlangt haben, die Rechte zu verkürzen; denn die Menschenrechte hängen nicht von Seife und Kopfbürste oder von der deutschen oder irgend einer andern Sprachlehre ab. Wollte der Staat, ein derartiges Schema aufstellen, dann hätte er gar Manche, diL in der Residenz, am Sitze der Cultur leben, von gewissen Rechten auszuschließen. Aber diejenigen, die nicht im Entferntesten Zeugniß davon ablegen, daß der breite Strom des Cukturlebens sie bespült, ja, die sich systematisch von demselben sernhalten, die dürfen sich nicht darüber wundern, wenn diejenigen, die einen Werth auf Cultur legen, zu welcher heute im Abendlande denn doch der größte Theil des Volkes gehört, keine s o c i a l e Verbindung mit ihnen anknüpfen will. Und in der Beziehung haben die galizischen Juden einen großen Theil der Noth und des Elends, in welchem sie leben, selbst über sich heraufbeschworen.

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