Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 71)
- Language
- German
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36 tet wurde. Andererseits mögen die damaligen Soldaten insbesondere und die Christen überhaupt nicht gewünscht. Haben, daß Juden in die Reihen der Baterlandsvertheidiger eintreten. Schließlich wollen wir es nicht in Abrede stellen, daß der Jahrhunderte lang geübte Druck nicht geeignet war die Juden zu einem kriegerischen Volke auszubilden. Es zeigte sich vielmehr da, wir möchten fast sagen, das Wunder, daß, trotzdem während einer unendlich langen und bangen Zeit alle möglichen und auch unmöglichen Mittel angewendet wurden, um das alte Heldenfeuer, welches die Maccabäer beseelte, in den Herzen ihrer Nachkommen zu verlöschen, dieses doch nicht gelang. Ein Funke blieb zurück und kaum war der Schutt und das Gerölle weggeschafft und ein frischer Luftzug wehte über denselben, loderte das heilige Feuer wieder auf. Auf den Schlachtfeldern in Deutschland und Italien, in Frankreich und in England, ja selbst in Rußland, bewiesen die Inden, daß sie treue Söhne ihres Vaterlandes, und für dasselbe Blut und Leben zu opfern bereit sind. Wenn wir nun dem Leser die Ursachen darlegen sollen, warum die Juden in Oesterreich verpflichtet wurden, persönlich Militärdienste zu leisten, so müssen wir etwas weiter ausgreifen. Nachdem in Folge der Theilung des ehemaligen Königreiches Polen Galizien an Oesterreich gefallen war, erhielt die Judenschaft in Oesterreich einen außerordentlichen Zuwachs. Die Anzahl der Juden in Galizien betrug mehr als das dreifache der Gesammtzahl der damaligen Juden in den deutsch-österreichischen Erbländern.