Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 55)
- Language
- German
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20 du aber bist auf Erden. Darum seien deine Worte wenig und bescheiden." (Koheleth 5,1.) Ferner: „Wer die Thüre seines Mundes zu hoch aufhebt, der sucht den eigenen Sturz. (Spr. 17, 19.) Denn wer Ungebührliches gegen Gott ausstößt, den zermalmt und zerschmettert er. Vermochte doch ein schwaches und ohnmächtiges Weib, das aber in der Höhe war, den tapfern Kriegshelden Abimelech zu Boden zu strecken (Richter 9, 53), um wie viel mächtiger ist Gott, der Allgewaltige, in Himmelshöhen, als du, o Mensch, auf Erden! Ein gar mächtiger römischer Imperator kehrte einst von einem Siegeszuge heim, und befahl seinen Dienern, ihn wie einen Gott zu verehren, denn er hätte sich die ganze Erde unterworfen. „Hast du auch Stadt und Tempel des einzigen Gottes in Besitz?" Auch das geschah, und er verlangte abermals göttliche Ehrenbezeugung. Der Kaiser hatte aber unter seinen Hausfreunden drei Weise. Der Eine sprach: „Hast du je gehört, o Kaiser, daß man sich im Palaste und unter den Augen des Königs gegen diesen aufzulehnen wage? Entferne dich aus seinem Palaste, aus dem Bereich seines Himmels und seiner Erde; dann magst du dich einen Gott dünken." Der Zweite sagte ihm einen Vers aus IereMia, der also lautet: „Die Götter, die Himmel und Erde nicht geschaffen haben, schwinden hinweg von der Erde und aus dem Himmelskreise." (Ierem. 50, 11.) Der Dritte sagte ihm: „Ich bitte dich, o Kaiser, mir zuvor in einer augenblicklichen Noth beizustehen." Worin denn, fragte der Kaiser? „Ich habe ein Schiff auf dem Meere, das all meine