Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 185 (sequence 289)
- Language
- German
- Belongs to
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— 185 — wieder aufgehen und leuchten wird über seinem ehrwürdigen Haupte! Mit einem Male wird es in dem greisen Antlitze finster, das Lächeln hat sich entfernt, es ist, als wenn ein düstrer Traum seinen Bann über dasselbe geworfen hätte. Oder ist das mehr als Traum, was als klägliches Jammergeschrei an seine Ohren gellt, und seine Augen gewaltsam aufrieß? War das Wirklichkeit? „Das Kind! das Kind!" hörte er wirr durcheinander rufende Stimmen, die sich bald zu nähern, bald zu entfernen schienen — und jetzt war er erwacht. Er trat an das Fenster, das auf die Gasse hinschaute. „Was ist geschehen?" rief er hinaus. „Das Kind! das Kind!" scholl es ihm entgegen, „ein Kind ist verloren gegangen." „Was für ein Kind?" „Hirsch Elsaß sein Michele ist verschwunden, man sucht es schon seit einigen Stunden, und kann es nicht finden." Hirsch Elsaß Kind! Wie ward doch dem Großvater! Hatte er das Kind nicht gesehen? Oder war er noch unter dem Banne des Schlafes, der ihn während des ganzen Sommernachmittages gefangen gehalten hatte? Er hatte den Knaben doch gesehen .. war das während eines Traumes? konnte er sich nur nicht erinnern, oder war das schon längst geschehen? Andere Stimmen kamen vorüber; haufenweise standen die Leute in der Gasse umher, auf Aller Gesichter namenlose Angst und Entsetzen. „Man hat das Kind vor drei Stunden bei den Ziegelhütten gesehen," riefeine Frau, „und dort ist ein tiefer Teich." „Thu deinen Mund nicht zum Unheil auf" rief ein Anderer.