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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1867-01-01 · Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867) · p. Seite 125

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 125 (sequence 229)
Language
German
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125 einen Quartiermacher voraus, um zu rekognosciren, und dieser berichtete der Wahrheit gemäß, daß das sogenannte Haus des Rabbi Adam eine jämmerliche Barake sei, wo die Winde ungenirt aus- und einziehen. Aber der König setzte seinen Weg fort, sendete Vorreiter über Vorreiter vor sich her, aber alle kamen mit derselben Nachricht zurück, nichts als Elend und Armuth einer verfallenen Hütte und nicht die mindeste Vorbereitung zu einem Feste und zum Empfange eines Königs gefunden zu haben. Graf Judenfeind triumphirte schon, der König aber wollte sein Wort nicht zurücknehmen und zog mit dem ganzen Gefolge fürbaß. Aber sieh' da! Kaum hatte er sich der Hütte Rabbi Adam's genähert, als vor seinem Auge sich ein Wunderbau erhob, wie ihn die kühnste Phantasie sich nicht prächtiger zu erdenken vermag. Ein unübersehbares Heer von dienstfertigen Domestiken stellte dem Könige sich zur Verfügung, die Rosse wurden in den Marstall gebracht und trefflich gepflegt, jeder, der in der Suite des Königs sich befand, erhielt zu seiner Bedienung einen Lakai. Sonderbarer Weise waren aber alle Lakaien und Domestiken in Adam's Hause ganz stumm, daher übernahm Adam selber die Rolle des Wortführers und sprach also: „Mein König und Herr ist willkommen in meinem armen Hause. Ihr andern Herren möget essen und trinken so viel Euch beliebt, es sei in Gastlichkeit und Willfährigkeit Euch gegönnt. Um aber auch jedem von Euch ein Ehrengeschenk zu ertheilen, stelle ich jedem einen Wunsch frei, der auch augenblicklich in Erfüllung gehen soll, und zwar so: „Es greife jeder in seine Tasche und spreche dabei den Gegenstand seines Wunsches aus!" Der König ging mit dem Beispiele voran, nannte einen seltenen Edelstein, griff sodann in seine Tasche und zog den gewünschten Juwel heraus. Dadurch ermuthiget, thaten die übrigen

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