Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 123 (sequence 227)
- Language
- German
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— 123 sich so lange, bis sich alle Welt an die Eigenthümlichkeit gewöhnt hatte, und Vorstand wie Lehrer es aufgaben, den wunderlichen Knaben, wie andere Schulkinder zur Disziplin zu verhalten» Kurze Zeit darauf trat das „Waldkind," wie Bescht allgemein hieß, als reifer Jüngling auf, und suchte sich sein Brod als Schulgehilfe zu verdienen. War er nun als Knabe stets ernst, sinnend, träumerisch, drängte es ihn. hinaus in Busch und Wald zur Einsamkeit und Einkehr, hinweg von den Spielen und dem frohen Tändeln der Altersgenossen, so war er als Jüngling wieder zum Knaben geworden, Glut und Drang und Ungestüm des Sommers überwand erin des'Lebens Frühjahr schon, Blüte und Flimmer, Spiel und Liebreiz umgaukeln sein späteres Alter. Es ist alles anders an ihm, wie sonst an Menschenkindern, er hat zuerst die Flegel- und dann erst seine Flügeljahre. Der Schulgehilfe zog Psalmen singend mit der Jugend vom Betzum Lehrhause, daß die Engel in dem Himmel jauchzten und der Satan in der Hölle bebte. Denn dieser letztere verstand es gar wohl, daß es ihm an Reich und Herrschaft gehe, wenn der neue Schulgehilfe so fortfahren würde, die Blüte der Menschheit zu veredlen. Satanas verwandelte sich daher in einen Hexenmeister, und nahm dann die Gestalt eines „Waikilak's" (Wehrwolfes) an, um die singenden Chöre zu verscheuchen. Da stob die Schaar auseinander, ließ den Gehilfen und alle Psalmen hinter sich, ja einige Kinder wurden vor Schrecken krank, und sahen in Fieb erträumen den schrecklichen „W aikilak" vor sich. Aber Bescht wußte sich zu helfen, nahm einen großen Stecken, schlug den Waikilak tobt und führte die Schaar nach wie vor an. Als man hinging den Leichnam des Waikilaks bei Seite zu schaffen, fand man weder Raubthier noch Wehrwolf, aber an dessen statt die Leiche eines in der Stadt als