Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite LXVIII (sequence 100)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2609281-3183019--6453-3183475- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
LXVIII det sich mit einem Eifer und einer Opferwilligkeit für die Rechte seines Volkes und die Sache der Humanität, die ihm ein glänzendes Blatt in der Geschichte der dortigen Juden sichern. In Belgrad ist die jüngere Generation eifrig bemühet, alle Vorurtheile wegzuräumen und in Bukarest ist auch mancher Schritt zum Bessern gethan worden. In der Türkei hat wohl die alte Wirthschaft Dank der französischen und englischen Intervention ihr Ende, doch kommen häufig Hetzereien, durch die Griechen angestiftet vor, obgleich in Griechenland selbst eine Annäherung an den Zeitgeist versucht wird. So ward z. B. der Großrabbiner in Corfu vom Könige in ehrender Weise gleichzeitig mit den Geistlichen anderer Konfessionen empfangen. Die pyrenäische und skandinavische Halbinsel stehen sich wie Süd und Nord gegenüber. Während man in Spanien kaum einen Juden findet, der sich als solcher zu bekennen wagt, ist in Schweden und Norwegen ihre Stellung sehr befriedigend. In Dänemark wird die Gewissensfreiheit gar nicht mehr diskutirt und gehört, wie in England, zu den abgethanen Dingen. Einen bessern Geist nach Asien und Afrika zu bringen, ist bisher vergeblich angestrebt worden, aus Persien dringt der Schrei der gequälten Glaubensgenossen herüber, ein Sir Moses Montefiore hat auch hier versucht, durch das k. britische auswärtige Amt Einfluß zu nehmen und erhielt wirklich die besten Zusicherungen von Seiten des Schach, allein vom Schach bis zu den Satrapien ist ein weiter Weg. In Tunis ist die Regierung für die Juden, bestraft auch einzelne Plünderungsattentate, allein das Volk ist eben zu wenig zivilisirt, um den In-