Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite LXVI (sequence 98)
- Language
- German
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LXVI beseelt, wie z. B. der Stadtrath in Turin jüngstens 30.000 Lire zum Baue einer Synagoge votirt hat. Ein Missionär, welcher in Nizza gegen das Judenthum predigte, wurde in der Kirche, wohin er auch Juden zur Predigt einlud, von einem jungen Israeliten im Wege theologischer Disputation widerlegt. Der K i r ch e n st a a t gehet von bekannten Traditionen aus, mit denen er natürlich nicht brechen kann. In Rom haben 4080 Juden außer den üblichen Landes- und den gebräuchlichen Judensteuern 1800 Skudi zu zahlen, wovon 1000 auf das Katechumenenstift zur Heranbildung jüdischer Täuflinge und der Rest auf das Kloster zur Unterbringung getaufter Jüdinnen verwendet wird. Diese Maßregel charakterisirt hinreichend die Rechtspflege in Rom. Rußland hat bedeutende Fortschritte in Rücksicht auf die Glaubensfreiheit gemacht und ist der finstere Geist, wie er in früheren Zeiten dort hauste aus den Regierungskreisen vollends geschwunden. Der Staat nimmt sich mit Energie der Bildung der Juden an, erweitert ihre Rechte von Jahr zu Jahr, und wenn hie und da ein Rückfall in's alte romantische Land stattfindet, so liegt mehr an Unterbehörden oder Koinmunalräthen, als an der Regierung die Ursache. Die Loyalitätsadressen, welche die Juden nach der glücklichen Errettung des Kaisers von dem bekannten Attentate überreichten, haben einen guten Eindruck beim Hofe gemacht, und schon der Empfang einer zur Beglückwünschung erschienenen Deputation im Winterpalais ist als ein Fortschritt zu begrüßen. Die Juden ihrerseits haben sehr viele Stipendien zum Andenken an die Errettung des Kaisers gegründet. Verbote, wie das.