Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite XLIX (sequence 81)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2609281-3183019--6434-3183456- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
XLIX Am glänzendsten bewährt sich der Geist der vaterländischen Israeliten auf dem Gebiete der Philantropie und namentlich der Mildthätigkeit. Jede Dorfgemeinde hat ihre Armenkasse, ihr Krankenhaus, ihre milden Stiftungen, ihre Beerdigungsgesellschaft, die Zahl der Stipendien ist Legion. Als besonders charakteristisch für den Zeitraum, welchen wir zu überschauen haben, sind jene Stiftungen, welche Gesellschaften zur Verewigung theuerer Namen gründen. So. haben sich in Wien die Mannheimer- und Sulzerstiftung gebildet, wovon die erstere den Zweck hat, Rabbinern, die dienstunfähig geworden sind, oder deren Witwen Subventionen zukommen zu lassen. Die Sulzerstiftung, deren Stammkapital aus dem Erlöse eines zum Jubiläum des Namensträgers abgehaltenen Konzertes herrührt, setzt Stipendien für fleißige Schüler des Musik-Konservatoriums aus. Die Kernstiftung in Pest hat zumeist Schulzwecke vor Augen und ist ein schönes Denkmal dem dahingeschiedenen Vorsteher, Jakob Kern, gewidmet. Unsäglich sind die Opfer, welche die Juden dem Vaterlande in den Tagen des Krieges, unter dessen Einflüße wir noch heute stehen, gebracht haben. In der Wiener Gemeinde wurden namhafte Beiträge für die patriotischen Vereine gezeichnet, ein eigenes Spital für Verwundete auf Kosten der Judengemeinde eingerichtet und schließlich ein besonderes Hikfskomitv für israelitische Soldaten konftituirt. Aus dem Aufrufe des Letzter», der in hebräischer und deutscher Sprache erschienen ist, heben wir folgende Stellen hervor: „Es gibt Bedürfnisse für die Soldaten israelitischer Religion, die nur von Glaubensgenossen erkannt, gewürdigt und ayged