Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite XL (sequence 72)
- Language
- German
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XL Anerkennung gelangt, nnd um welche sich die jetzt so häufig vorkommenden jüdischen Gesangsvereine zu schaaren pflegen. Der Impuls zur Rangstellung der Kantoren wie zur Bildung der Gesangsvereine ging abermals von Wien aus. Hier war es Oberkantor Sulzer, der erst dieses Amt, das im Laufe der Jahrhunderte ganz verfallen war, wieder zur ursprünglichen Würde zurückzuführen verstand, und der Prediger Dr. A. Jellinek, ein Mann, der nach allen Richtungen hin anregend zu wirken weiß, war es, welcher zuerst in Wien zum Gesangsverein »Zion" die erste Justigation gab. Sulzer's Verdienste um die Lithurgie sind zu bekannt, als daß wir hier näher darauf eingehen müßten. Wir haben dieses an anderen Orten des Weitern auseinandergesetzt. Er war es, welcher, wurzelnd in der historisch gewordenen Synagoge, sich zuerst alö pontifizirender Fürsprecher der Gemeinde fühlte, durch ihn entstand zuerst ein klares Standesbewußtsein, das sich dann weiter verbreitete und den übrigen Amtsgenossen mittheilte. Hat nun aber ein Mensch das Gefühl der Geltung und Bedeutung, so bleibt ihm die Anerkennung nicht ans. Die Gemeinden konnten nicht mehr wie ehemals den Kantor in die unterste Kategorie der Bediensteten setzen und ließen viele Demonstrationen zur Rehabilitation der Cbazanim fidj gefallen. Nun brachte es aber der Zeitgeist ohnehin mit sich, Ideen und Gedanken'an ihren Personifikationen zu verehren und die einfache Anerkennung der Verdienste bis zum Personenkultus zu treiben. Der Festbombast, Adressenluxus und Ovationenschwindel ist herrschender Ton geworden und hat sich die