Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite XIV (sequence 46)
- Language
- German
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XIV Werth sei" und in diesem Sinne wurde auch die Judenfrage von allen Vertretern des Landes besprochen. Am sonderbarsten gestalteten sich die Verhältnisse in Siebenbürgen. Dort waren die Juden nach einem früheren königl. Reskripte bereits wahlfähig, und als nun die siebenbürgischen Abgeordneten nach Pest berufen wurden, da erhob sich die Frage, ob die aus der Mitwahl der Juden hervorgegangenen Deputirten nun auch für einen Landtag qualistzirt seien, der wesentlich auf die 48iger Gesetze basirt ist. Die Regierung gab aber wahrscheinlich die Entscheidung zu Gunsten der siebenbürgischen Deputirten, also für Aufrechthaltung der Wahlfähigkeit jüdischer Bürger ab. Brechen wir jedoch hier einstweilen die Darstellung über die Verhandlungen in Ungarn ab, und sehen wir, wie sich die andern Völker in der Frage der Gewissensfreiheit benahmen. In Czechien rückte bald nach dem Bruche mit dem zentralisirenden Systeme der „Hlas" mit der Entdeckung heraus, daß die Juden deutsch sprechen und ihnen der Krieg erklärt werden müsse. Ein Gesinnungsgenosse in Mähren wollte jeden Verkehr mit den Juden abgebrochen haben, bevor sie nicht czechisirt seien. Die ganze böhmische Presse war in Aufregung gegen die Juden und Monde lang ging die Hetze so fort, bis wir eines schönen Tages die czechische Universität mittelst der schändlichsten Judenkrawalle inauguriren sahen. Zwar ward jeder Zusammenhang zwischen der Nationalitätenfrage und dem Aufstande der Nagelschmiede in Abrede gestellt, und wir glauben gerne, daß ein unmittelbarer Courier nicht stattgefunden habe. Daß aber die Betonung des nationalen Elementes und die Aufregung