Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 232 (sequence 302)
- Language
- German
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232 neue Unheil ziehet sich über das Haupt des armen Nachman wieder zusammen! Im Hause des Kreiskommissärs zu .... herrschte heute eine ungemeine Rührigkeit. Auf dem Hofe ein Pferdegetrappel, mehrere offene und gedeckte Britschken standen herum. Dazwischen Haufen von Bauern und Juden, die in Erwartung eine Audienz von den hohen Häuptern des Kriminalgerichts zu erlangen, sich die Protektion der hier herumlungernden Dienerschaft zu erschleichen suchten. „He! Platz gemacht! Ihr gemeine Kanaille, drängt Euch nicht so nahe heran, stört nicht die Regierung in ihren Arbeiten," schrie Sergei, der Leiblakei des Kommissärs, „und Du Jankel die Mütze ab, Du glaubst gar unsersgleichen zu sein." „Da müßte ich ja ein Esel sein," versetzte Jankel. „Gut gesagt Jankel," und indem er von ihm ein Paar Gänse für die herrschaftliche Küche in Empfang nimmt, setzte er hinzu, „Du scheinst mein Väterchen noch ein ganzer Neuling in Geschäften zu sein, denn sonst wirst Du begreifen, daß die Gänse schwimmen müssen." „Da hast Du mein lieber Sergei ein Mandat auf eine Maaß erster Sorte (Brantwein)." — „Du bist inein Täubchen Jankel, ein Mann von lichten Begriffen, aus Dir kann mit der Zeit und' einiger Uebung noch was werden, ich werde Dich unfehlbar und das gleich bei Sr. Hochwohlgeboren anmelden, und müßte ich die allerwichtigsten Regierungsgeschüfte unterbrechen." Während ich mich aus meiner Kalesche herauswickelte, traten die Mitglieder der Kommission nach gehaltenem vorläufigen Frühstück, mit der qualmenden Papiros im Munde, auf den Hofraum hinaus. „Ei! Ei!" schrie der Justitarius, „da ist ja schon unser lieber M- M., aber sieh her, wie