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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1866-01-01 · Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866) · p. Seite 222

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 222 (sequence 292)
Language
German
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IRI
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dann - mich in meiner Wohnung mit den nöthigen Instrumenten zu versehen, und dann das Kreisgericht im Städtchen.... aufzusuchen. Sollte ich Zeit gewinnen können, so wollte ich wohl bei der Pächterfamilie Nachman einen Abstecher machen. Ich gab meinem Pferde wieder die Sporn und kam in ein kleines Halbstüdtchen im Kloster M. an. Dasselbe lag malerisch auf einer Anhöhe in einer herrlichen schönen Gegend. Das ganze theils aus Stein theils aus Holz ganz in WaldeSgrün aufgeführte Gebäude gewährte eine idyllische Gemüthlichkeit. Das Thor eröffnete der alte Thorwächter, mir einen freundlichen Morgengruß zurufend, bald mischte sich der kleine Windspiel des Priors dazwischen, mich durch sein kläffendes Gebell als alten Bekannten empfangend und zu seinem Herrn geleitend. Den Prior fand ich schon wach, er promenirte im Vorgarten vor seiner Wohnung, pflückte ein Paar saftige Birnen vom Baume, die er mir mit Liebenswürdigkeit reichte. Er war schon ein Mann den 70 nahe, mit einem großen weißen Barte und gleichem Haupthaare, dabei aber groß, massiv und kräftig gebaut mit einem glänzenden feurigen Auge und gutmüthiger Phisiognomie. „Wir haben hier, Väterchen, einen kranken Bruder in der Gemeinde," sagte er, „wollen Sie sich den zuerst anseh en, dann wollen Sie zu mir eintreten." Ich fand in der Zelle einen feisten zusammengekauerten Mönch, über fürchterliche Kolick klagend; ein häufiges Nebel bei diesen von Fastenspeisen — Fischen, Oel, Honig — sich nährenden Mönchen. Ich verordnete das Nöthige, überließ dem Feldscheer des Klosters -die Vollziehung und begab mich zum Prior. In einer freundlichen Stube fand ich den Tisch bereits gedeckt, der Samowar dampfte und der Thee

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