Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 118)
- Language
- German
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48 nachradiren, zu leihen *). Da ich so eben vom jungen Mendelssohn erfahre, daß er bereits nach FrankfurLh abgereiset ist, so wende ich mich an Sie, mein Bester,, um sie zu bitten, mir das Kupfer sobald als möglich zu schicken. Der Spinoza von Oeser, den ich bereits kopirt habe, folgt mit dem gehorsamsten Danke zurück. Empfehlen Sie wich Ihrer verehrens-- werthen Frau Mutter und Ihrer ganzen übrigen, mir so schätzbaren Familie. Sagen Sie ersterer, daß ich künftigen Montag nach FrankfurLh reise und daß ich mir ein besonderes Vergnügen daraus machen würde, Ihre etwanigen Befehle dahin auszurichten. — Leben Sie wohl, mein Bester! A. v. Humboldt, der jüngere. Angewidert von der Misere des damaligen preußischen Staatsdienstes, und in dem frischen Glück seiner im Juli 1791 mit Caroline v. D a ch r o e d e n geschlossenen Verbindung hatte sich Wilhelm v. Humboldt auf die Güter seiner Gemahlin in Thüringen zurückgezogen, um sich hier ungestört dem Drange nach allseitiger wissenschaftlicher Durchbildung hingeben zu können. Die befreundeten Koryphäen des Waimar- Jenai'schen Kreises waren nahe, und alsbald begannen „die heiteren Tage des ersten Zusammenlebens in Jena." — Der folgende Brief aus Dorow's Deukschrifteu und Briefe IV. 42-44. *) Alerander v. Humboldt war auch in den schönen Künsten schon früh wohl gebildet. Bereits 1786 führt der Katalog der ersten Kunstausstellung der Berliner Akademie unter der Abtheilung Liebhaber auf: „Nr. 290 Herr v. Humboldt der jüngere: Die Freundschaft weint über der Asche eines Verstorbenen; mit schwarzer Kreidegezeichnet nach Angelika Kaufmann." Von seinen hier erwähnten. Nadirungen besitzen wir selbst zwei Köpfe nach Raphael und Rembrandt mit radirten Inschriften; „A. v. Humboldt fec. aqua forti 1788."