Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite XXVI (sequence 52)
- Language
- German
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XXVI weithin durch das ganze Reich, das nur wenige jndenleere Inseln anfzuweisen hat, verbreitet, an allen Zeitfragen' schwer und innig betheiliget und von ebenfalls baroquer Mannigfaltigkeit sowohl in geistiger Richtung wie in Gesittung. Im Nordwesten ist jener Schlag nüchterner, gewerbfleißiger, intelligenter Inden, von etwas reservirtem Wesen zu Hause; — es sind die verständigen, praktisch klugen, zum friedsamen Einvernehmen und zur Gefügigkeit in die Verhältnisse geneigten böhmischen Juden, von denen in erster nachmendelsfohnischer Zeit die Impulse zum Streben nach kesserer Aufklärung ausgingen. In der Richtung nach Ost fortschreitend, treffen -wir zunächst den scharfblickenden, umsichtigen, beweglichen und unternehmenden mährischen und den feinern, ruhigen schlesischen Juden, bis endlich in Galizien die semitische Dialektik und Schärfe, die schonungslos ihre Konsequenzen bis zum. Extreme fortführt, ihre Vertreter in einer sehr kompakten Judenmasse findet, in der alles nach zwei Polen hinstrebt, während die Mitte indifferent bleibt. Dort hat das Reich der Transaktionen seine Grenze, was sich opponirt, hat sich Urfehde geschworen und zwischen den Gegnerschaften ist jede Vermittlung unmöglich. Daran reihet sich die Bukowina, mehr zum südlichen und etwas böotischen Charakter hinneigend, das nur noch von den Brandungen des galizischen Lebens zuweilen bewegt wird, um nicht ganz iw Lethargie zu versinken. Lassen wir einen Grad südlicher den Blick von Osten nach Westen über das Reich hinschweifen, so thut es uns wohl der biedern, ehrbaren und geachteten kleinen Judenschaft in Vorarlberg zu begegnen^