Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite XXII (sequence 48)
- Language
- German
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XXII von drinnen heraus dringen kann. Oder sind etwa die zu Doktoren aufgesteiften Hohlköpfe der romantischen Orthodoxie, der Schmuck und Glanz des Judenthums? diese zwitterhaften Geisterlein, die zwischen Tag und Nacht ängstlich flattern, die stets unfertigen Schüler und Stümper,, die nach beiden Seiten hin pfuschen und stümpern? Indessen wozu uns über Blinde ereifern, die weder sehen, können, noch wollen! Genug! das Jahrbuch, von dem wir eben ausgingen, hat eine widerwärtig unfreundliche Begegnung erfahren und, nachdem es ein Dezennium hindurch den Segen ausgestreuet, den schnödesten Undank erblühen sehen." Was uns damals in den Harnisch brachte, ist beit Lesern wohlbekannt. Es ist der über die Gebühr berühmt gewordene Prozeß und der daraus entstandene Streit wegen des messianischen Dogmas, die eine Rolle in der Geschichte des Wiener Jahrbuches zu spielen berufen waren. Unter gewissen Umständen hätten sich die Wiener Juden eine heilsame Lehre aus diesem Froschmäusekrieg entnehmen können; sie hätten es zu erkennen vermocht^ daß es noch ganz andere und höhere Aufgaben für eine Residenzgemeinde gebe, als für den Synagogenanstand zu sorgen, und daß die kulturfeindlichen Uebel viel tiefer als in der Lithurgie süßen. Indessen hatte man sich hierorts am Ende klug genug verhalten und rettete doch mindestens einen scheinbaren Frieden und das äußere Dekorum. Es braucht kaum gesagt zu werden, daß sich die Redaktion von dem Toben der Neuorthodoxie nicht ab-