Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite XIX (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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XIX rufen, daß dieses Buch niemals ein Kind schreibseliger Laune, leeren Zeitvertreibes und eitler Namenssucht gewesen, daß keine Aussicht aus lukrativen Erfolg, keine buchhändlerische Spekulation und Gewinnsucht es begründet haben, daß die beiden Redakteure Zeit- und Geldopfer dem Unternehmen brachten und nichts anderes bezweckten, als ihre nicht geringen Kräfte zur Erhebung und Veredelung ihrer Glaubensbrüder zu verwenden. Man Hütte bedenken sollen, daß es unter den deutschen Juden von derjenigen sozialen Stellung, wie sie die beiden Redakteure einnehmen, nur wenige gibt, die sich noch herbeilassen, ihre Lorbeeren auf dem Gebiete des Judenthums zu suchen. Ein Meyerbeer fand es unter seiner Würde, auch nur eine Synagogenmelodie zu dichten, denn Meyerbeer war größer und wieder viel kleiner als der Franzose Hallevi. Die deutschen Musensöhne jüdischer Abkunft, verläugnen ihren Stamm dreimal in einem Athemzuge, sie vertiefen sich in jedes Gemüthsleben, in's römisch-katholische, in's schwarzwald-bäuerliche, nur nicht in das jüdische, sie dichten für Bühne und Bänkelgesang, für Salon und Dorfhütte — und wenden, wenn's hoch kommt, an den erhabenen jüdischen Stoff ein verächtliches Almosen mit vornehmer Verachtung. Die Kapazitäten, die auf den verschiedenen Höhen des Lebens stehen, die Publizisten für große Politik, die Autoritäten der Finanzwelt, die Maladore auf nicht theologischen wissenschaftlichen Gebieten nehmen sich nicht einmal die Mühe, das Judenthum zu ignoriren, das für sie gar nicht dazu sein scheint. Wenn nun zwei Männer, die jedem andern Kreise zur Zierde ge-- b *