Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite II (sequence 28)
- Language
- German
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II eilte Biografie handelt, die mit der Feststellung des Geburtsjahres anhebt, über Eltern, Vettern und Sippschaft Auskunft gibt, von Thaten, Erlebnissen Wechselfällen des Schicksals Kunde bringt und den Faden so weit spinnt, als Flachs dazu vorhanden ist. WaS der Leser sich noch obendrein davon abmerken kann, und was er zwischen die Zeilen hineindenkt, das mag er auch mit in den Kauf nehmen, denn es dürfte wohl das Beste daran sein. Und mm zur Sache: Eben war „draußen im Reiche" die ästhetische Synagoge oder die synagogale Aesthetik zu Stande gekommen; Peru hatte sich von Spanien unabhängig, und der Hamburger Judentempel messiaslos gemacht; in Troppau tagte der Monarchenkongreß über den Grundsatz der bewaffneten Intervention, und die deutschen Rabbiner befehdeten sich einstweilen mittelst gewappneter Gutachtensammlungen, deren Eine den Titel „Bundesworte", deren andere die Aufschrift „Strahlendes Licht" führte; Oesterreich, Preußen und Rußland standen gegen Neapel, Frankreich und England traten dafür ein, „Hie Welf — Herkommen, und „hie Weidlingen — Fortschritt riefen die beiden Lager der jüdischen Theologen sich zu; Lamartine hatte eben mit seinen „Mckita-tious puötiguss" sehr große Sensation erregt, dagegen I o st sich vorläufig bloS die einfache Jgnorirung seines ersten Versuches einer jüdischen Geschichte ohne Judenthuitt zugezogen, während der arme Löwisohn in Wien mit seinen gleichzeitigen, gediegenen „Vorlesungen" förmlich und im eigentlichen Sinne des Wortes zu Tode geschwiegen wurde; in Oesterreich ward die liebe Zensur und die Beaufsichtigung der Universität in Permanenz erklärt.