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Blau-Weiss-Blätter · 1918-04-01 · 6 (4.1918) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
5 (1917-1918)
Issue
6 (4.1918)
Date
1918-04-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Li» Bedürfnis ist wohl das erste Motiv zur hausgründung. Das prinntivste wiederum hier das zwingende. Also die Forderung nach Wohnung und Nahrung. Der Mensch baut sich ein Obdach zum Wohnen, er bebaut das Land, um Nahrung zu haben. Die Wirtschaft ist ertragreich. Nene Siedler konnnen hinzu und machen sich ansässig. Gemeinschaftsbanten, Kirche, Rathaus, Schule entstehen. Die Bedürfnisse werden größer, Berufe spezialisiere» sich. Schon regt sich das Handwerk und der Handel. So wächst das Dorf allmählich. Je klarer und ökonomischer die Menschheit wird, um so planmäßiger wird selbstverständlich die Lntstehnng ihrer Siedelnnge». Die Eigenschaften des Ortes, des Bodens, der Lage werden bestinnnend bei der Gründung. Also: fruchtbares Land, Bodenschätze (Salz, Erz, Kohle), Wind« oder Wasserkräfte, handelswege, Verkehrsverhältnisse. Entsprechend'diesen beiden hauptgrnppen von Lntstehnngsinotiven geht nun auch die Gründung und Entwicklung der Dörfer vor sich; einmal das allinähliche, organische Wachsen, znzweit die bewußt geplante und dnrchgeführte Gründung. Enlstehnngs« und Entwicklungsgeschichte äußern sich wieder»«» in der Erscheinung der Dörfer. Und da ist die erstere Entstehungsart die weitaus vorherrschende. Scho» das Aeußere der meisten Ort» schäften von der Gesamtanlage bis zu den einzelnen Häusern mitsamt den Details zeigt dies allinähliche Wachstum. Es prägt de», ganzen Dorf seine vorwiegend malerische Erscheinung ans, es schafft «n einzelnen diesen Reiz heimlicher Winkel in Gäßchen, Plätzen und Höfen, der dort noch zu hohen, Wohlklang gesteigert wird durch die Mannigfaltigkeit der verschiedenen Baustile, Formen und Baustoffe. Die ganze Anlage ist — ohne der Geschlossenheit ihrer Erscheinung Abbruch zu tun — auf d a s Individuelle gerichtet. Denkt nur an die Dörfer, die ihr in allen Gegenden Deutschlands durchstreift habt. Ihr werdet bis ins Einzelne diese Entwicklung finden könne». Es sind die Ortschaften, die langsam in, Lauf der Jahrhunderte einporgewachsen sind. — Die zweite Entstehungsart ist die in früheren Zeiten weitaus seltenere: hier hat ein starker Wille, eine besondere Organisationsbegabung, etwas Einheitliches, Großzügiges geplant und durchgeführt. Bewußt trat man an die Gründung und Errichtung einer größeren, geschlossenen Wohngemeinschaft heran. — Meist waren es Einzelpersonen: «in reicher Fürst, «in praktisch und sozial denkender Großkauf. rrz

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