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Blau-Weiss-Blätter · 1917-12-01 · 4 (12.1917) · page 47

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
5 (1917-1918)
Issue
4 (12.1917)
Date
1917-12-01
Page
– (sequence 47)
Language
German
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-rei regelrechte Jungenzüge mit je einem Führer: den ersten Zug, die ganz Kleinen, führt Weidemann, den zweiten Auerbach und den dritten Leo Lederer. Von beit zwei Mädelzügen wird der eine von Frida Löwy und Mielka Sephir. der zweite Von Paula Schwager geführt. — Wichtiger als das alles ist aber, daß die einzelnen Züge jetzt mehr Zusammengehörigkeitsgefühl gefunden haben, daß wir jetzt nicht mehr einige Züge, sondern wirklich einen „Prager Blau-Weiß" haben. Ueberhaupt geht jetzt ein ganz anderer Zug durch das Haus, viel lebendiger ist alles, es ist, als merke man das baldige Kriegsende. — Die Heimabende und Führersttzungen werden zum größten Teil in privat-» Wohnungen abgehalten, weil wir sehr mit Heiz- und Brennmaterial sparen muffen. Aber immerhin ist das Heim noch stark besucht. Die ganze Arbeit steht jetzt schon unter dem Zeichen von Lhanukah. Es wird gesägt, geschnitten, gestrichen, geklebt: für die im Felde. Das Heim steht manchmal aus wie eine Tischlerwerkstätte. Auch für unsere Feier, die diesmal sehr schön werden soll, wird gearbeitet. Alex Feig, Fritz Fischer und weißkopf find ins Feld abgegangen. Willy Popxer ist superarbitriert und jetzt auf Urlaub bei uns. Karl Klein ist nach Linz eingerückt, Fritz Fischl San. Leutnant geworden und war auf Urlaub hier. Auch Arthur Engländer hat uns aus Wien besucht. Leider liegt unsere Oberführerin 45ifa witrofsky schon seit einigen Wochen in einem wiener Spital. Abeles war auf kurzem Fronturlaub in Prag. Karpeles ist auf einem Gute damit beschäftigt, -sich praktische Kenntniffe in der Landwirtschaft anzueignen. — Karl Weidmann Ratibor. Der Betrieb war regelmäßig. Die Jungens unternahmen eine zweitägige Fahrt an die österreichische Grenze und eine Treffahrt nach Kattowitz. Unser „Ereignis" war die Sukkah, die wir neben unserm Heim erbaut hatten. Ost stand fie nicht leer. Zu jeder Tageszeit hielten wir uns darin auf. Auch einen Elternabend veranstalteten wir dort, der sehr gut gelang. Der Opfertag hat gute Ergebnisse gebracht. Erwin Primker wurde zum Unteroffizier befördert. Luzie Böhm und Erich Wachsmann haben uns leider verlaßen. Manfred Aschner Tez> litz-Schona«. Zu Sukkoth wurde wieder die Laube in unserem Garten als Sukkah geschmückt und in ihr ein kleiner Abend für unsere jüngeren Wanderer und Wandrerinnen gegeben, während die Aelteren Simchath-Thora in fröhlichster weise im Heim feierten. Jetzt find Führerschaft und Züge schon mit den Vorbereitungen für Lhanukah beschäfttgt. Von unserer sonstigen Arbeit ist hervorzuheben: die Einrichtung eines wöchentlich stattfindenden Bibellesekurses für die Führerschaft (wir lesen gegenwärtig das Buch Samuel) sowie von vierzehntagig stattfindenden „Führerschaftsabenden", deren Einführung vor allem dem Wunsche unserer jüngeren Führerschaftsmitglieder nach allgemeiner geistiger Fortbildung im Rahmen des Bundes entsprang. An diesen Abenden lesen wir jetzt Schopenhauers: „Aphorismen zur Lebensweisheit." von unseren Eingerückten wurden Sigmund Kohn und Oskar Fried zu Leutnants, Franz Lederer zum Fähnrich befördert. Viktor Kominik ist unverletzt in italienische Gefangenschaft geraten. m

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