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Blau-Weiss-Blätter · 1917-10-01 · 3 (10.1917) · page 18

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Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
5 (1917-1918)
Issue
3 (10.1917)
Date
1917-10-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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damit, daß ihre Kraft wirksam und wuchtig ist, ob fie auch auf Millionen von Köpfen verteilt, dem Einzelnen nicht ins Bewußtsein tritt. Das Volk ist, es lebt wirklich, sein Wille wirkt in jedem Einzelnen, ob auch die Broram und Grimm, die Bühlemann und Jahn es nicht verspüren. Das Volk der Juden ist über die Erde verstreut. Die Bande, die es Zusammenhalten, haben sich gelockert. Wenn es sonst genügt, daß der Einzelne seinen Interessen lebt — uns Juden darf es nicht genügen! Di« Kraft, die aufbauen will, muß stärker sein als die Kraft, die zum Erhalten ausreicht, die Faust, die den stürmenden Wagen vom Abgrund zurückreißen soll, muß fester sein, als die Hand, die auf ebenem Wege die Zügel führt. Wir müssen unser Volkstum in uns fühlen, den Willen zur Nation in uns bewußt erhalten, damit der Gesamtwille der Iudenheit stark und erlösend werde. Was bei den anderen ein nicht Notwendiges, manchmal ein störendes Zuviel ist, muß unsere Alltagsstimmuug sein. Wenn — vor der Stunde der Gefahr — nicht ein jeder im Lande den Namen „Deutschland" auf der Zunge trug, nicht ein jeder Deutschland in der Seele dachte — Deutschland blieb dennoch stark und mächtig. Das Judentum ist immer in Gefahr, wir find immer i,n Kriege: wir müssen immer Jude sein, nicht nur in Stunden seelischer Gespanntheit. Berlin Rudipick Malter Hirschfeld Bald ist es ein halbes Jahr her, seit unser Walter hirschseld fiel. Am \2. April ist er vor Reims geblieben. Daß er einer unser Reinsten und Lautersten war, davon sei Euch hier weiter nichts gesagt; die ihn kannten, wissen es, und für die übrigen ist er ja doch nur einer von den vielen, die wir in diesem Kampf der anderen Völker hingeben mußten. Aber daran sei erinnert, daß in der kurzen Spanne Zeit, die Walter Hirschfeld unseren Bund leitete, er uns ein wahrhafter Führer war und daß er vielleicht unserer ganzen Bewegung ein geistiger Führer hätte werden können. Es fei ferner dessen gedacht, daß er mit einem tiefen Verantwortungsgefühl und Pstichtbewußtsein die Aufgabe, Führer und Erzieher jüdischer Jugend zu sein, erfaßt hatte, und daß er in der ganzen Zeit, während der er unseren Bund führte, zu innerst erfüllt war von diesem Ziel. Wird dies« traurige Zeit endlich vorüber sein, dann werden wir noch einmal wehmütig-schmerzlich all derer gedenken, die in diesen ,«

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