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Blau-Weiss-Blätter · 1916-12-01 · 4 (12.1916) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
4 (1916-1917)
Issue
4 (12.1916)
Date
1916-12-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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len. Doch der Ewige läßt seiner nicht spotten, er sandte Verfolgung und Not über das Volk und zerstörte die Pläne der Gotiloscn, daß sie ihr Werk nicht vollenden konnten. Warum die Synagoge den Name» „Altneuschul" führt, erzählt folgende Lage: Nach der Zerstörung des Tempels hatten jerusalemitische Flüchtlinge das Bethans erbaut und das Fundament aus Lteinen vom Tempel Zions errichtet. Sie hatten aber den Th' naj (die Bedingung) verabredet, das Haus solle abgerissen und die Grundsteine wieder nach Zion gebracht werden, wenn der Messias die vertriebene»» in die Heimat zurückführen würde. Daher erhielt die Synagoge den Namen „AbTh' naj-Schul", auf Bedingung gebaute, woraus in» taufe der Zeit „Altneuschul" geworden ist. — — Für diesen Namen gibt eine andere Legende eine abweichende Erklärung: An Stelle ihres hölzernen Gotteshauses wollten die Prager Juden einen steineren Bau aufführen. Als Bauplatz wühlte inan einen kleinen Hügel. Als »nan mit dem Abtragen des Erdreiches begonnen hatten, stieß man plötzlich auf uraltes Gemäuer, später sogar a»»f fließen, Euadern und auf eine pergame,»trolle mit hebräischer Schrift. Es zeigte sich, daß hier dereinst ein anderes Gotteshaus gestanden hatte. Das neue Gotteshaus auf den Resten des alten nannte »nan „Altneuschul". viele Brände wüteten in der Prager Zudenstadt, aber unversehrt ging die Alti»euschul aus allen Gefahren hervor. Als im Jahre *558 eine riesige Feuersbrunst das Prager Ghetto heimsuchte, blieb nur die Altneuschul unberührt. Nicht ei»» Ziegel fiel vom Dache. De»,v auf dem First hatten sich zwei weiße Tauben niedergelassen, die so lange verweilten, bis alle Gefahr vorüber war: Engel des Herrn schützten die heilige Stätte. Bis vor wei»igen Zähren waren die Wände der Synagoge kohlschwarz. Alebte doch an ihnen, so sagt die Sage, das Blut jener ruhmvollen Märtyrer, die der großen Judenverfolgung des Zahres 138Y zum Gpfer gefallen waren. So sollten denn, heißt es, künftige Geschlechter jene Mauern nicht waschen und nicht tünchen, auf daß sie ein ewiges Zeugnis seien für den Tod jener Gerechten, die hingefallen waren, den uralten Bekennt»,isspruch unseres Volke» auf den tippen. — Es ist unmöglich alles zu erzählen, was das Volk Merkwürdiges und Seltsames von der Altneuschul berichtet. Zeder Teil dieses Gotteshauses hat feine eigene Legende; sogar der Dachstuhl der Lynagoge hat zu mancher Fabel Anlaß gegeben. Er ist nämlich schwer erreichbar; keine Stiege führt zu ihm empor, von außen muß man 81

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