Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 4 (1916-1917)
- Issue
- 2 (8.1916)
- Date
- 1916-08-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2425321-3181705-3181708--0616-3182400- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Haus", um ein neues Obdach zu finden. Die gnädigen Götter werden schon helfen und unsere Freunde tief in ihre Tasche greifen lassen, bis wir zu einer neuen gastlichen Behausung gelangen, -t- 3m April besuchten wir unfern Freund §ctm Dyk, der bis zum Krieg vier Jahre lang die Siedelunq M e r ch a w j a geleitet hat, in <Vuickborn, wo er zurzeit die preußischen Moorkulturen verwaltet. Herr Dyk erklärte uns in interessanter Meise die Methoden der Entwässerung der Moore und ihre Urbarmachung zum Zweck des Getreideanbaus und zeigte uns Bilder von seiner landwirtschaftlichen -Tätigkeit in Merchawja. Anfang August denken die Jungens für acht bis zehn Tage nach Thüringen zu wandern. Aeltere Wanderer aus anderen Bünden (gute Klampfenspieler vorzugsweise), die die Fahrt gerne mitnrachen möchten,. wollen fich mit uns in Verbindung setzen. Auf Urlaub ans dem Felde besuchten uns: Wertheim, Leo Joel, Haag, polack, Goldschmidt, Traubermann; ferner war Fritz Koref aus Berlin bei uns. 3saac Schwabacher Leipzig, voll neuer Eindrücke und Anregungen sind wir vom Bundestage zuhause angelangt und suchen all das schöne und Gute, das wir gesehen haben, bei uns heimisch zu machen, hauptsächlich die Musik hats uns angetan, und wir üben fleißig auf den Liederabenden. Selbst die verzweifeltsten haben wieder zur Klampfe gegriffen. Am nächsten Bundestag wollen wir den andern Bünden auch darin nicht nachstehen. Auch die Fahrten sind jetzt mit ihren Sommerzugaben dem „Baden" und der „nackigen Woche" (?) viel lustiger, als im Winter. Alles ist schön: 3" der Erinnerung der Bundestag und vor uns Iungens die große Fahrt an die See. Die Mädels gehen nach Thüringen; für den Kinderzug ist eine Ueberraschung vorgesehen: Sie dürfen acht Tage ins heim. Der so sehnsüchtig erwartete Sommer hat uns nicht enttäuscht. Nur eine Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Unser lieber Kamerad Hermann Kalb, den wir alle beim Bundestage so schmerzlich vermißten And den wir bald wieder Ln unserer Mitte zu sehen hofften, kommt nicht wieder. Theodor Neu mann Mannheim. Am Lagbeomer veranstalteten wir mit Blau-Weißen aus Wiesbaden und Frankfurt eine Treffahrt bei Bensheim an der Bergstraße. Es war ein Tag von Gott begnadeter Schönheit, über joo Blau-Weiße tollten und spielten und sangen. Nachmittags als Eltern und Gäste zu uns heraufgestiegen kamen, mußten wir etwas gesitteter werden; da öffnete sich der junggrüne Wald und sechs Elfen tanzten in Jugendlust für uns einen Frühlingsreigen. Ls war Freude überall. Pfingsten wanderten unsere Jungens in zwei Zügen unter Führung von Neu maier und weiß mann durch den Odenwald. wir freuen uns sehr, daß wir die in Heidelberg studierenden Berliner .Führerinnen Tilli Rosolio und Edith hentschel als liebe Gäste bei unseren Veranstaltungen und Fahrten oft begrüßen dürfen. Unser lieber Führer Karl hilb war zu kurzem Urlaub aus dem Felde 'bei »ns. ..." In die Führerschaft wurde w e i ß m a n n als Hilfsführer ausgenommen; Aerrmaier wurde Führer. Zuletzt will ich berichten, daß die leider nicht zum