Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 4 (1916-1917)
- Issue
- 1 (6.1916)
- Date
- 1916-06-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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sondern wirklich der Blau-Weiß zusammen sein wird, mag sich in gemeinsamer Wanderung, in Lpiel und Lang und in ehrlicher, zwangloser Aussprache das Band der Wanderbrüderlichkeit enger knüpsen, als in all den Jahren bisher, in denen wir nur aus Briefen und spärlichen Begegnungen voneinander wußten. Möge in uns alle« der Wunsch lebendig sein, unsere Einheit und Freundschaft zu befestigen, ein neues Blau - Weißtum mit größeren Hoffnungen und weiteren Zielen zu begründen. Die Bundesleitung des „Blarr-lveitz", Bund für jüdisches Jngendrvandern» Gin Brief Lieber Hans! Ich kann es garnicht glauben, was Du mir geschrieben hast, daß es wirklich Blau-Weiße gibt, die es ruhig mit anfehen, wie ihr Führer von ein paar Raufbolden geschlagen wird, blutig geschlagen sogar, und dabeistehen, ohne sich zu rühren. Ich kann es mir nicht denken, daß Blau-Weiße, und noch dazu alte Wanderer unseres Bundes, sich einer solchen Treulosigkeit schuldig machen können. Du glaubst garnicht, wie traurig mich Dein Brief gemacht hat. Fühle» denn diese Jungen, die schon seit Jahren zu uns gehören, nicht, daß Treue, felsenfeste Treue, das Ferment sein muß, das unfern Bund zusammenhält? Was nützen mir alle schönen Worte, die ich auf unseren Wanderfesten höre, die ich in den Blau-Weiß-Blättern lese alle diese Versicherungen treuer Freundschaft und Kameradschaft, wenn es geschehen kann, daß die Treue unserer Jungen zu ihrem Freund und Führer nicht einmal ausreicht, um sie ihre Feigheit überwinden Zu laffenk Mangel an Treue .... lieber Hans, den habe ich leider auch sonst bisweilen im Blau-Weiß bemerkt; oder darf man es nicht so nennen, wenn Angehörige eines jüdischen Wanderbundes den allgeheiligten Feiertagen ihres Volkes weder Verständnis noch Ehrfurcht entgegenbringen? Denn auch das wollte ich nicht glauben, daß Führer und Wanderer unseres Bundes eine Ferienfahrt gemacht haben, ohne sich im geringsten umunsere Lederabende zu kümmern. Ich begreife es wahrhaftig nicht, wie so etwas sich mll der Treue zum jüdischen Volkstum vereinigen läßt, von der bei uns fs viel die Rede ist. Das schöne Wort von der Rückkehr zum Judentum ist in aller Munde. Aber auch bei uns gibt esunter den vielen, denen