Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 3 (1915-1916)
- Issue
- 6 (4.1916)
- Date
- 1916-04-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2425321-3181698-3181704--0492-3182314- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
den Willen, den großen Menschenidealen Wahrheit. Freiheit und Reinheit in uns eine Verwirklichung zu bereiten. Wie aber die deutsche Jugendbewegung nur aus defi Wünschen, dem hoffen im deutschen volkstrm, so ist auch der Blau-Weiß nur aus dem zukunftsfrohen neuen Werden in der Iudenheit, dem Willen zur Bejahung unserer Iudeseins zu begreifen. Die Liebe zum Juden, die Liebe zum Jüdischen! Sie wies uns die Ziele: der müden verzärtelten jüdischen Großstadtjugend Gesundung, Stärke und das fröhliche Aufsichselbstangewiesensein zu bringen, damit sie gesund, stark und selbständig empfinden, wollen und schaffen kann. Krittelnden, Erkünsteltes vom Echten kaum noch Unterscheidenden wieder den Sinn für Einfachheit und Wahrheit, Schönheit und Größe zu öffnen, sie ehrfürchtig vor der Natur und ihren Stimmungen, vor Menschen und Werken werden zu laffen. Aus Satten, Bequemen und Stumpfen Tätige und hilfsbereite zu machen. Vereinzelten, nur sich selbst Kennenden Kameraden, das Bewußtsein der Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft zu geben. Uns allen, die wir spürten, daß unser Blut jüdisch ist, ein nach vorwärts gerichtetes Leben unter Juden zu ermöglichen. In uns ein Streben nach dem Kennenlernen des Judentums und den Willen zur Beseitigung aller jüdischen Not zu erzeugen. Kurz ein jungesGeschlecht imaltenVolke her anzuziehen, ein Geschlecht von reinen Menschen, ganzen Juden. E in e G ene ratio n, die weiß, daß sie gut werden muß, daß auf ihr allein die Verantwortung für die Erhaltung unseres Volkes beruht. Ist das alles aber unser Ziel, dann ist der Blau-Weiß mehr als ein Jugendoerein, dann schafft er uns ein Ideal, das Forderungen an uns stellt: unser Wandern, unser Fröhlichsein sei nichts, dem wir uns am Sonntag hingeben, um es abends mit der Wanderkteidung wieder abzustreifen. Es fei ein Wegweiser für die Woche, für das Leben überhaupt. Wer jung ist, soll drauflostollen, jemehr desto bester. Die Jahre, die er bei uns verbracht, werden ihn unbewußt mit uns empfinden und streben laffen. Der aber, der in ernsten Augenblicken feinen Lebensplan entwirft, der soll darin den Blau-Weißgedanken als richtunggebend mit aufnehmen, der soll Folgerungen