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Blau-Weiss-Blätter · 1914-08-01 · 5 (8.1914) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1914-1915)
Issue
5 (8.1914)
Date
1914-08-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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e? rl»g«st J91W Iahrgang 2 Heft S Zeltnacht Aus meinem Tagebuch In später Abendstunde waren wir voni heiin aufgebrochen, und jetzt marschierten wir mit lautem Gesang die Landstraße entlang, dem Walde entgegen, der in der Ferne jenseits der weiten Wiesen sich hinzog. Eigentümlich mischte sich das eintönige Froschgeqnake in das Rollen eines vorübersausenden Eisenbahnzuges, der sich gleich einer Feuerschlange vom Horizonte abhob. Rechts ein Lichtschimmer: Potsdam —; die Nuthe kreuzte unfern Weg; der Mond warf seine glitzernden Strahlen in die Wasser dieses kleinen, aber reißenden Flusses. Wir bogen von der Chaussee ab und gingen den Ravensberg hinauf. Der Gesang war verstummt, die Stimmung gedrückt; es lag «in Gewitter in der Luft. Bald war ein geeigneter Lagerplatz ge» fanden. Ein Feuer wurde angezündet, das Zelt anfgeschlagen. Zwölf Iungens waren wir und einer nach dem andern kroch ins Zelt. Außer der Wache, die ich mit einem andern hatte, schliefen - noch zwei Wanderer am Feuer. Nachdem wir uns überzeugt hatten, daß alle fest schliefen und das Feuer versorgt war, entfernten wir uns, um am Abhange noch eine kurze Zeit zu verbringen. Der Himmel war bedeckt, und nur hie und da lugte der Mond ans den dunklen Wolken hervor. Da ging er unter. Verstohlen mochte er uns anblicken, was wir wohl noch so spät im Wald zu suchen hätten. — Wir sangen ihm ein Liedchen .... Grad' wollte er uns noch einen verständnisinnigen Blick zuwerfen, - bevor er verschwand, da ■— ein Schuß! Aus unseren Träumereien herausgerissen, sprangen wir blitzschnell auf und liefen zum Feuer zurück. Ein zweiter Schuß — ein dritter — Pferdegetrappel — eine Taschenlampe leuchtet auf. Schon wollten wir anrnfen, als uns das Wort entgegenschallte: „hallo! wer dort?" — „Blau-Weiß!" — . „Nachtfelddienstübnng, Patrouille!" — Dann war alles still. Unsere Wache war abgelaufen; die nächste trar an^uAHtzt wachten wir zu viert. Da begannen schwere Tropfen m^f^enersb vereinzelt, dann dichter und dichter, bis ein Wolkei/yAchleinsetzte^

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