Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1914-1915)
- Issue
- 2 (5.1914)
- Date
- 1914-05-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Ift Blau-Weiß-Blätter Fahne ist. Sie hat sich verlaufen und redet nun soviel von Jugendlichkeit, statt mit uns jugendlich zu sein. Ich weiß» daß Ruth, wenn sie nicht nur jugendlich denken, sondern auch jugendlich fühlen kann, eines Tages erkennen wird, daß sie zu uns gehört. Dann wird sie zu uns kommen und ihre, d. h. unsere Fahne in unserem Lager hochhalten. Im Märzheft des „Jung-Wandervogels* veröffentlicht einer unter der Spitzmarke „Wandervogel4* den längst durch die Praxis uberholten § 16 der Statuten, die der Breslauer Wanderverein 1907 für seine Jugendgruppe errichtete: „Wanderer, die in der Schule unter dem Durchschnitt ihrer Klasse stehen, werden zeitweilig oder ganz von den Veranstaltungen der Gruppe ausgeschlossen - und sagt in einer hämischen Bemerkung dazu, wir würden uns dadurch wohl die „geneigte Unterstützung" der jüdischen Herrn Oberlehrer erwerben. Nun, wir können dem lieben Jungwandervogel sagen, daß uns die „geneigte Unterstützung" der jüdischen Herren Oberlehrer sehr angenehm wäre. Wir können ihm noch weiter verraten, daß wir Breslauer sogar einen leibhaftigen jüdischen Herrn Oberlehrer als Führer zu haben, uns glücklich schätzen. Was aber den § 16 betrifft, so hat der Tadler recht. In einem Wandervogel sollen auch die schlechten Schüler stark und frisch werden, um bessere Schüler werden zu können. Gerade ihnen sollen unsere Führer Freunde sein, zu denen sie kommen, wenn sie in der Not sind. So hoffen wir, werden wir der Angst vor der schlechten Zensur abhelfen können. Ein Blau-Weißer tut seine Pflicht. Geht sie aber über seine Kraft, — was schuldlos jedem begegnen kann —, so trägt er sein Los mit Würde und kann dennoch bei uns seiner Jugend froh werden. Nicht auf das Zeugnis, auf den Menschen kommt es an. Neuerscheinungen Im Verlag von Hertel (Leipzig, Thoraasring 3 g) ist eine neue Wandervogelführerzeitung herausgekommen. Sie nennt sich „Die Pachanter\ Meinungsaustausch der Wandervögel. Da gerade das antisemitische Heft il der „Wandervogel-Führerzeitung", deren Herausgeber bis jetzt noch keiner der viel^ fach im W.V. vorhandenen gegnerischen Meinungen das Wort erteilt hat, den Anlaß zur Gründung dieser Zeitschrift gegeben hat, werden wir uns noch an anderer Stelle mit diesem Blatte auseinandersetzen. Lest inzwischen Heft l der „Pachantei", das gegen Einsendung von 35 Pfennigen beim Verlage zu haben ist. Die Zeitschrift wird uns manchen Einblick in das Leben der Wandervögel tun lassen, den wir durch die Wandervogei-Führerzeitiing nicht haben konnten. Brook toi *M*x Ha*it, Berlin 343» lAckwM* Stx*n« S.