Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1914-1915)
- Issue
- 1 (4.1914)
- Date
- 1914-04-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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16 Blau-Weiß-Blätter geredet wird, schreibt über eure Erfahrungen auf Wanderungen. Die „Blau- Weiß-Blätter" haben es ja deswegen nicht ganz leicht, weil sie gleichzeitig zu Uteren und jüngeren Wanderern reden, und noch mehr: sie sind auch unsere Pührerzeitung. Es sollen und müssen zuweilen Aufsätze in ihnen stehen, die vor allem die Führer angehen; Aufsätze, in denen gesagt wird, was der Sinr* unseres Wanderns ist, und wie wir ihn verwirklichen. Dann aber müssen auch die Fahrtenberichte besser werden, und auch dazu wird es gut sein, daß die Führer selbst zur Feder greifen. Auch in anderen Wanderzeitungen schildern die Führer selbst, was sie auf Fahrten gesehen und empfunden haben. An alle, die Fahrten schildern, richte ich — wie schon früher einmal — wieder die Mahnung: Es kommt nicht darauf an, den Verlauf einer Wanderung zu erzählen Nicht jeder Bericht muß mit dem Münchener Südbahnhof anfangen und mit dem Hauptbahnhof endigen. Der Gesamthergang einer Wanderung müßte schon besonders interessant und ungewöhnlich sein, wenn er es verdiente, mit unserer kostbaren Druckerschwärze verewigt zu werden. Solche getreuen, sachlichen Schilderungen gehören in eure Tagebücher. Hier in der* „Blau-Weiß-Blättern" sollt ihr nicht erzählen, was ihr getan habt, sondern ihr sollt beschreiben, was ihr in eindrucksvollen Augenblicken erlebt, gesehen und empfunden habt Da müßt ihr ein Erlebnis aus der Wanderung herausgreifen und es festhalten (vgl. „Diana und die Nymphen**), da müßt ihr einmal eine bestimmte Landschaft und eine besondere Stimmung auf das Papier bannen, so wie sie der Photograph auf seine Platte bannt. Eine richtige, lebendige Naturschilderung stand überhaupt noch nicht in den „Blau-Weiß- Blättern"! Eine Rast, ein Ausblick von hoher Bergesspitze, der Charakter einer Landschaft und ihrer Bewohner, wie ihr eine besondere Absicht auf einer Wanderung durchgeführt habt, ein paar heitere oder ernste Minuten, — solche Dinge sind Themen für unsere Zeitung. Lest nach, was ich darüber in Heft 1/2 des ersten Jahrgangs geschrieben habe. Am besten werdet ihr mich verstehen» wenn ich sage: gewöhnlich (nicht immer) eignen sich nur Abschnitte aus einer Wanderung zur Bearbeitung, die müssen aber auch wirklich von innen heraus geschildert, nicht bloß flüchtig angedeutet werden. Und dann die Beiträge jüdischen Inhalts! Ich werde allen Führern und Führerinnen sehr dankbar sein, wenn sie mir oft Stellen aus der jüdischen Literatur angeben würden, die sich zum Abdruck eignen. Zum Schluß eine Bitte! Manche schreiben mit vielen Abkürzungen! „U.a=:und, „m." mit und so weiter. Das ist ein sicheres Mittel, den Redakteur furchtbar zu ärgern. Er muß alle abgekürzten Worte ergänzen» sonst werden sie abgekürzt gedruckt! Also, bitte ausschreiben! Felix Rosenblüüu Drtrok Ton M»x Hafti«, BmUb S4S, Ireokaner SftiMa* t.