Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- 10 (2.1914)
- Date
- 1914-02-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Blau-Weiß-Blätter 7 anheimgestellt Die Gefangenen haben sich unverzüglich auf die Cöpenick- Müggelheimer Chaussee zu begeben, welche — nur für sie — als neutrales Gebiet gilt. Nach einer Frist von 15 Minuten und nach Empfang eines Bandes durch einen hier befindlichen Schiedsrichter können sie dann wieder ihre ursprüngliche Partei aufsuchen und bei ihr mitkämpfen. Ein fester Platz kann nur mit dreifacher Uebermacht gestürmt werden. »3 Wertungspunkte!j Die Versammlung der Züge findet am Bhf. Friedrichshagen um 905 Uhr statt. Gemeinsamer Marsch zum Chausseehaus Getrennter Abmarsch zur Stadt und den Burgen um 10 Uhr. Eröffnung des Kriegszustandes um 103j Uhr. Schluß 130 Uhr. Treffpunkt Chausseehaus. Gemeinsames Abkochen zusammen mit den Mädchen und Speele. Siehe auch den Fahrtenzettel. Das Blau-Weiß-Liederbüch ist erschienen und kann durch den Iftdisehen' Verlag, Berlin WIC. Sachsischestraße 8. bezogen werden. Preis 0.80 H/jhet Abnahme von 20 Exemplaren 0.70 II. Adressen Veränderungen. Die Wanderer und Wandrerinnen sind verpflichtet, WohnungsVeränderungen ihrem Führer oder ihrer Führerin sofort mitzuteilen. Von der Liste gestrichen wurden auf Beschluß der Berliner Führerschaft vier eingeschriebene Wanderer, die den Wanderungen längere Zeit unentschuldigt ferngeblieben waren. Vom Jüdischen Wanderbund „Blau-Weiß" in Bernburg. Vor vier Monaten hatte sich der hiesige Wandervogel, dem Beispiel der Zittauer Orts, gruppe folgend, für antisemitisch erklärt, mitwandernde jüdische Schüler waren grundlos ausgeschlossen worden: den Mädchen war eine Gnadenfrist bis zum ersten Januar gestellt. Hänseleien auf dem Schulhofe folgten, Vorstellungen bei dem Leiter der Anstalt verliefen mit völlig negativem Erfolge. Da ist dann in uns das Gefühl der Zusammengehörigkeit wachgeworden, da haben wir uns, - die Gefahr erkennend, zusammengeschlossen, und so ist unser Wanderbund entstanden. Freilich haben wir noch mit mancherlei Schwierigkeiten zu kämpfen; unsere Bewegung ist noch ganz jung; die Zahl der Wandernden klein. Doch ' wir sind ja junge Juden und beseelt vom Geiste der jüdischen Renaissance, der uns zusammenschmiedet. So machen wir jeden Sonntag fröhlich einen Zug durch die benachbarten Dörfer und einzig schönen Wälder. An anderen freien Schultagen finden acht- bis zehnstündige Fahrten in die weitere, herrliche Umgebung statt. Den Höhepunkt des Vergnügens bildet allemal das Abkochen, das unseren hungernden Mägen aufs trefflichste mundet und uns Kraft zum weiteren Wandein verleiht Freiübungen, Barlauf, Wettlauf und andere sportliche Beteiligungen bilden den Abschluß unserer Fahrt. Und wenn uns dann die Dämmerung und die leider viel zu früh einbrechende Dunkelheit nach Hause führt, dann tönt noch einmal begeistert von unseren Lippen: Auf, Hedad, Hedad! Unsere Bahn ist frei! Hans A11 e r t h u m, Bernburg, Oer jüdische Wanderbund .,Blau-Weiß" is Königsberg ist wohl der jüngste Sproß der jüdischen Wanderbewegung. So ist er naturgemäß auch noch klein und setzt seine Schritte vorsichtig in die Welt. Vor 3 Wochen machte die L Wanderergruppe bei 14° Frost die erste Wanderfahrt Die Beteiligung war der Kälte entsprechend. Seit zwei Woch&n wandern drei Gruppen: die 1 Wanderergruppe (von 15—20 Jahren), die 1. Mädchenr gruppe (von 15—20 Jahren) und die 11 Wanderergruppe (von 11—14 Jahren}4. Wir haben bis jetzt aus äußeren Gründen nur Halbtagsfahrten gemacht,, werden aber in zwei Wochen in der Lage sein, Tagesfahrten zu machen.