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Blau-Weiss-Blätter · 1914-12-01 · 8 (12.1914) · page 9

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Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
1 (1913-1914)
Issue
8 (12.1914)
Date
1914-12-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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9 Blau-Weiß-Blätter Da aber sein Volk sah, daß die Feinde eine solche große Macht hatten, erschraken sie und flohen davon, daß nicht mehr bei Juda blieben denn acht hundert Mann. Da Juda sah, daß sein Heer nicht bei einander blieb, und doch die Feinde auf ihn drangen, ward ihm bang. Und da er sah, daß er nicht Raum hatte, sein Volk wieder zusammenzubringen, sprach er in dieser Angst zu den übrigen : Auf, und laßt uns versuchen, ob wir die Feinde angreifen und schlagen möchten! Aber sie wollten nicht, und wehreten ihm und sprachen: Es ist nicht möglich, daß wir etwas schaffen; sondern laßt-uns auf diesmal weichen, und wieder abziehen, und unsre Brüder, die von uns gelaufen find, wieder zusammenbringen; dann wollen wir ynederum an die Feinde ziehen und sie angreifen; jetzt find unser viel zu wenig. Aber Juda sprach: Das sei ferne, daß wir fliehen sollten! Ist unsre Zeit kommen, so wollen wir ritterlich sterben um unsrer Brüder willen, und unsre Ehre nicht lassen zu Schanden werden. Und die Feinde waren auf und machten ihre Ordnung also: Im Vorzug waren die Schleuderer und Bogenschützen, und die besten Krieger stunden vorn ein der Spitze. Die Reiterei war geteilet in zween Kaufen, auf jede Seite einen. Der Hauptmann Bacchides war auf der rechten Seite. Mit dieser Ordnung zogen sie daher mit großem Geschrei und Drommeten. Da ließ Juda auch drommeten, und zog an sie, und that eine Schlacht von Morgen an bis auf den Abend, daß die Erde bebte von dem großen Getümmel. Da nun Juda sah, daß auf der rechten Seite Bacchides selbst samt der großen Macht war, da griff er daselbst an, er und die andern, die ihr Leben wägeten, und erschreckten sie, und schlugen denselbigen Haufen auf der rechten Seite in die Flucht, und jageten ihnen nach bis an den Berg bei Asdod. Da aber die auf der linken Seite solches sahen, daß Juda jenew nachjagte, eileten sie dem Juda auch nach. Da mußte sich Juda gegen diese kehren, und wehrte sich lang. Und geschah da eine harte Schlacht, daß viele verwundet wurden und umkamen auf beiden Seiten, bis Juda auch zuletzt umkam. Da flohen die übrigen. Und Jonathan und Simon nahmen den Leichnam ihres Bruders Juda, und begruben ihn in seiner Väter Grabe in Modin. Und alles Volk Israel trauerte um Juda lange Zeit, und klagte ihn sehr und sprachen: Ach, daß der Held umkommen ist, der Israel geschützet und errettet hat! Dies ist die Geschichte von Juda. Er hat aber sonst noch viel mehr großer Thaten gethan, welche um -der Menge willen nicht alle beschrieben find.

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