Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Volume
- 1931-1932
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 125)
- Language
- German
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Zweck und Ziel: Neben den bekannten Tendenzen des Unabhängigen Ordens Bne Brith unterhält di'e Leipzig-Loge das „Kinderheim der Leipzig-Loge" (gegründet 1905). welches in dem der Loge gestifteten Grundstück Poitfatowskistr. 12 etwa 30 Kindern sorgfältige Erziehung und Pflege angedeihen läßt. Daneben werden eine ganze Reihe wohltätiger Institutionen in Leipzig und im Reiche durch Beihilfen gefördert; ferner gewährt die Leipzig-Loge einer . Reihe von Studenten und Studentinnen der Leipziger Hochschulen während ihres Studiums Stipendien. Schwesternbund der Leipzig-Loge XXXXIII Nr. 496 U.O.B.B. Leipzig-S. 3, Arndtstr. 1, in den Räumen der Leipzig-Loge. Fernsprech- Nr. 33639. Vorsitzende: Frau Recha Carlebach, Leipzig-C I, Karl-Tauchnitz-Str. 41 Weitere Mitglieder des Vorstandes: Die Damen Hedwig Mathias, F. Rosenthal, Lotte Spitz, A. Haas, L. Wassermann, A. Westheim, R. Lindemann. ZweckundZiel: Der Schwesternbund der Leipzig-Loge wurde im Jahre 1921 gegründet und ist eine Vereinigung der Frauen von Brüdern der Leipzig-Loge U.O.B.B. Er hat den Zweck, die Bestrebungen der Loge zu fördern und zu unterstützen. Es ist seine Aufgabe, das Judentum in den Familien zu erhalten und zu pflegen, zu dessen Vertiefung beizutragen, sowie die geistigen Interessen seiner Mitglieder zu fördern. Der Schwesternbund will auf dem großen Gebiete sozialer Fürsorge mit der Loge zusammen^ arbeiten. Er will Wohltätigkeit, Schwesternliebe und Eintracht pflegen und die Vervollkommnung seiner Mitglieder erstreben. Parteipolitische und partefreligiöse Erörterungen sind ausgeschlossen. Als erste soziale Arbeit ist die 1922 errichtete mensa judaica zu nennen, die an die Volksküche der Israelitischen Wohltätigkeitsanstalt, Nordstr. 15, angeschlossen, noch heute vom Schwesternbund, geleitet von Frau Mathias, Karl-Rothe- Straße 4, aufrechterhalten wird. Den veränderten Verhältnissen entsprechend wurde die mensa in den letzten Jahren als Studenten- und Mittelstandstisch weitergeführt, und es speisen dort täglich zirka 70 junge Leute aus dem Akademiker- und Kaufmannsstande. Diese erhalten für 60 Pf. ein gutes, streng rituelles Mittagessen. Leider wächst von Jahr zu Jahr die Anzahl der Freitische. Die 2. Institution ist die Alt-Kleiderstelle, Humboldtstr. 15, die unter Leitung von Frau A. Cerf seit Jahren segensreich wirkt und den jüdischen Bedürftigem der Stadt zu allerminimalsten Beträgen gut erhaltene Wäsche und Kleider abgibt. Die Ausstellung und der Verkauf von Handarbeiten jüdischer Frauen Leipzigs, die der Schwesternbund in den Logenräumen in der Novemberwoche alljährlich veranstaltet, ist zu einer besonders segensreichen Einrichtung geworden.. Zu den Aufgaben des Schwesternbundes gehören auch die Besuche der in den allgemeinen städtischen. Krankenhäusern liegenden jüdischen Patienten. Die Schwestern beteiligen sich an der Arbeit der Brüder im Kinderheim der Leipzig-Loge und sind besonders bei der nachgehenden Fürsorge für die aus dem Heim entlassenen Zöglinge interessiert. Besonderes Verdienst um den Schwesternbund haben sich die Gründerin des Vereins, Frau Hedwig Mathias, die auch heute noch als Ehrenvorsitzende einen großen Anteil an der sozialen Tätigkeit hat, und Frau Dr. Neuhaus aus Mülilheim a. Ruhr, die während ihres Aufenthaltes in Leipzig als langjährige Vorsitzende den Schwesternbund förderte, erworben. 125