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Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine · 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 123

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
Volume
1931-1932
Date
1931-01-01
Page
Seite 123 (sequence 123)
Language
German
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Israelitischer Kindergarten, Tagesheim e. V. Leipzig C I, Leibniizstr. 30 II. Fernsprecher 28842. Vorsitzemde: Frau Helene Felsenstein, Leipzig CI, Leibnizstr. 11; Frau Rosa Schick,* Leipzig CI, Ferdinand~Rhode~Str. 28. Frau Bettina Brenner war zusammen mit Frau H. Felsenstein Vorsitzende, bis sie im Jahre 1926 Leipzig für einige Zeit verließ; sie hat aber nie aufgehört, in eifrigster Mitarbeit für das Aufblühen und die Weiterentwicklung des Kindergartens zu sorgen. Frau Frieda Liebergall hat die schwere und mühevolle Aufgabe der Kassenführerin übernommen; Frau Rosa Feisenstein, die stellvertretende Kassenführerin, sorgt in mustergültiger Weise für die Bekleidung der Zöglinge zu Chanukah. Auch die übrigen 9 Vorstandsmitglieder unterstützen die Vorsitzenden durch Rat und Tat; bei der Gelegenheit verdienen diie Frauen Erna Kölner, Lea Nathansen, Seima Ury, Fräulein $osa Samostz und Marta Maly als besonders treue und interessierte Mitglieder Erwähnung Der Israelitische Kindergarten ist im Januar 1915 gegründet worden. Frau Bettina Brenner und Frau Rosa Felsenstein hatten, unterstützt von einigen anderen Damen, eine Nähstube eingerichtet, in der junge Mütter, besonders Kriegerfrauen ihren Unterhalt verdienen sollten. Es zeigte sich aber baild, daß diese Frauen ihre Arbeit nur durchführen konnten, wenn ihre Kleinen während dieser Zeit untergebracht waren. So entschloß man sich, in dem gleichen dritten Stockwerk des Hauses Rosenthalgasse 9, das von Herrn Hans Kroch unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden war, einen Kindergarten von etwa 12 Kindern unter Aufsicht der geprüften Kindergärtnerin Fräulein Sari Markus einstweilen von 2—6 Uhr nachmittag einzurichten. Die Nähstube mußte nach längerer Zeit aufgelöst werden; der Kindergarten, der sich als eine Notwendigkeit erwies, blieb erhalten und gewann an Kinderzahl. Er fand provisorische Aufnahme im Parterre Jacobstr. 6, bis er, im Juli 1916, Auenstr. 42, im Hinterhause in einer .ehemaligen Werkstatt, verbunden mit einer kleinen Wolmung angemessenere Räume mit Küche und Bad bekam. — Der Kindergarten war nun für 40 Kinder zu einem Tagesheim umgewiandelt worden, in dem die Kleinen vom 3. Jahre an bis nach Ablauf des 1. Schuljahres neben kindergärtnerischer Erziehung und Anleitung, Mittagessen und Vesper erhielten. Statt der früheren freiwilligen Helferinnen wurden unter Frl. Markus* verdienstvoller Oberleitung eine weitere Kindergärtnerin, eine unausgebildete Hilfskraft, sowie eine Frau für die Hausarbeit eingestellt. Seit etwa 5 Jahren untersteht die Anstalt, die sich ständig erweitert und modernen Bestrebungen angepaßt hat, einer Jugendleiterin, die von einer geprüftem Kindergärtnerin und einer gleichfalls ausgebildeten Praktikantin unterstützt wird. Die Stadt hatte dem wiederholten Ersuchen der Kindergartenleitung stattgegeben und von einem benachbarten Gartengrundstück einen Teil'für die Kinder zur Verfügung gestellt. Vor etwa zwei Jahren ging dieses Gartenland in andere Hände über, und es mußte eine neue Unterkunft für den Kindergarten gesucht werden, weil die Räume den wachsenden Ansprüchen ohnedies in keiner Weise mehr genügten. Es war sehr schwer, Geeignetes zu finden, bis dem Kindergarten durch Herrn G. Nathansen das Grundstück Leibnizstr. 30 angeboten wurde, das sich durch seine günstige Lage dicht am Rosenthad und dem schönen, großen, dazu gehörenden Garten als besonders passend erwies. Es fanden sich hilfreiche Freunde, die die Mittel zum Ankauf des Hauses teils in bar, teils als Hypothek zur Verfügung stellten, und so konnte der Kindergarten Mitte Oktober 1930 die zweckmäßig vorgerichtete 2. Etage dieses Hauses beziehen, in dem nun 123

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