Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 10 (1938)
- Issue
- 4 (5.1938)
- Date
- 1938-05-01
- Page
- Seite 13 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3133276-3139388-3139392--1333-3140861- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
entgegen gehen — durch Bereitstellung des größten Teiles der erforderlichen Bausumme aus den Mitteln, die s. Z. für die Entwicklung des technischen Schulwesens in Erez Israel zur Verfügung gestellt wurden. Die Geschichte dieser Schule, der ersten des jüdischen Jischuw, und wohl der einzigen in der Welt, in der der Thora--im-Derech- Erez — Gedanke praktisch bei der Erziehung unserer jungen Generation durchgeführt wird, ist reich an Versuchen und Erfahrungen, guten wie weniger erfolgreichen. Die Anstalt, welche bis zum Weltkriege ein Zweiginstitut der eingangs angeführten Talmud-Thora war, wurde nach Kriegsende, als das jüdische Schulwesen im Lande von der zionistischen Exekutive und später von der Knesseth Jisrael übernommen wurde, der Leitung der Misrachi-Weltzentrale unterstellt. Im Jahre 5694 wurde ein neues Kuratorium für die Schule eingesetzt, an welchem sich unter Vorsitz des Herrn D. Z. P i n k a s , derzeit Schuldezernent der Stadtverwaltung Tel-Aviv, sowohl der „Misrachi" wie der „Hapoel Hamisrachi" beteiligt. Zum Leiter der Schule und zu Instruktoren und Lehrern wurden Fachleute bestellt, welche selbst in der Misrachi-Bewegung stehen. Die zwei Grundsäulen des Erziehungsprogramms der Schule sind: Treue zur jüdischen Überlieferung und beste Fachausbildung, Thora und Derech Erez. Die Zöglinge arbeiten einen halben Tag in der Werkstatt, welche mit allem nötigen Handwerkszeug und den Maschinen für Schlosserei, Dreherei und Schmiede ausgestattet ist, und in der zweiten Hälfte des Tages erhalten sie theoretischen Fach- sowie allgemeinen Unterricht und Limudej-Kodesch. Das Erziehungsprogramm ist auf Grund der erprobten Systeme im Fachunterricht des In- und Auslandes ausgearbeitet. Die Entfaltung der Schule sowohl qualitativ — in pädagogischer Hinsicht — als auch quantitativ — bezüglich des Wachsens der Schülerzahl — war besonders während der verflossenen letzten 4 Schuljahre, während derer das neue Schulprogramm durchgeführt wurde, erkennbar. Dies, obwohl infolge der Unruhen des Jahres 1936 der Großteil der Schüler die Anstalt verließ, und die Lage der Schule an der Grenze von Jaffa ihrer Entwicklung zurzeit nicht so günstig ist. Seit dem Jahre 5694 hat sich die Schülerzahl vervierfacht. Die Aufnahmebedingungen der Schule sind den jeweiligen Verhältnissen der Schüler angepaßt, und so finden in der Schule Kinder religiöser Eltern jedes wirtschaftlichen und beruflichen Standes Aufnahme. Die Handwerkerschule des Misrachi zu Tel-Aviv wird in den Listen des Waad Leumi geführt und hat das Recht, auch Schüler unter den hierfür vorgeschriebenen Bedingungen auf Grund von Schüler-Zertifikaten aus dem Ausland anzufordern. (Postadresse: Tel-Aviv, P.O.B. 309). Dipl.-Ing. Ismav Mendelsohn. 13