Mannheim
Compact Memory

Zion · 1937-05-01 · 2 (5.1937) · p. Seite 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
9 (1937)
Issue
2 (5.1937)
Date
1937-05-01
Page
Seite 15 (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3133276-3139382-3139384--1189-3140711
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Bildungsarbeit zu leisten, soweit dies in der kurzen Zeit von 5 Monaten möglich war. Der Plan umfaßte folgende Fächer: Bibelunterricht in hebräischer Sprache, unter Heranziehung alter und moderner Erklärer. Talmud und Mischna. Jüdische Geschichte. Religionsphilosophie. Gesetzeskunde. Hebräische Sprache. Musik. Für pädagogisch Interessierte: Psychologie und Erziehungsgeschichte. Fast der gesamte Unterricht — wenigstens im Oberkurs — lag in den Händen des Seminarleiters, Herrn Rabbiner Dr. David Carlebach, Köln, der durch seine große Hingabe an die Arbeit den ChaweriiR mehr wurde als nur Lehrer. Der Nachmittag war z. T. mit Wiederholung und Vorbereitung ausgefüllt, wobei die Jungen des Oberkurses einzelne Fächer bei den Anfängern und bei den Mädels zu übernehmen hatten. Diese Methode erwies sich als sehr gut, weil sie das Verantwortungsgefühl ungemein stärkte. Auch die von den Jungen mit Begeisterung geleistete Hilfsarbeit in Küche und Haus trug hierzu wesentlich bei. Der übrige Teil des Tages war frei zu eigener Arbeit und hier wurde im Wesentlichen das getan, wozu im Hachschara- Zentrum mit seiner kurzen Lernzeit kaum Raum war. Man last nach sorgfältig ausgearbeiteten Plänen, Bücher der allgemeinen Literatur; man besuchte Museen, trieb Kunst- und Musikgeschichte. Jeder konnte sich dem zuwenden, was ihm besonders wichtig war und was seinen Neigungen entsprach, wozu natürlich ibei vielen auch biologische und speziell gärtnerische Lektüre gehörte. Alles wurde durch schriftlich kontrollierte Aufzeichnungen überwacht und gelenkt. Der Abend wurde von der ganzen Chewra gemeinsam gestaltet. Auch hier verlief alles in einem festen Rahmen, innerhalb dessen Turnen, Musik und ideologwehe Arbeitsgemeinschaften abwechselten. Es ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Erziehungsprogramms, die Menschen jüdisch zu bilden und durch das Lernen jüdisch und weltanschaulich zu festigen. Eine fünfmonatige Lernzeit allein kann natürlich nicht genügen, eine umfassende Bildung zu vermitteln. Der Kölner Besuch hat aber gezeigt, daß solch ein Lernzentrum ein Weg zu diesem Ziel ist. Wir geben der Hoffnung Ausdruck, daß wir die notwendige Unterstützung der Öffentlichkeit auch in Zukunft finden werden. B. C. Hamburg. Vor einer außerordentlich zahlreichen Zuhörerschaft sprach in einer Veranstaltung der Misrachi-Gruppe und der H.Z.V. Rabb. Dr. Berkovitz, Berlin, über:„Tradition und Erneuerung." Er behandelte zwei Probleme: Was bedeutet die Tradition für die jüdische Renaissance, und was bedeutet die Wiedergeburt des jüdischen Volkes für die Tradition? Eine Wiedergeburt beziehe sich immer auf etwas Gewesenes. Unsere Aufgabe sei es, die Kontinuität der jüdischen Geschichte wiederherzustellen. Das gesamte jüdische Volk müsse wieder an die Urquellen der jüdischen Tradition herangeführt werden. Der Anschluß an dreitausend Jahre jüdischer. Vergangenheit sei die Voraussetzung für eine jüdische Gestaltung der jüdischen Zukunft. In der Galuth habe die Tradition aufgehört, ein geschieht»- 15

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.