Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 3 (1931)
- Issue
- 8-9 (10.1931)
- Date
- 1931-10-01
- Page
- Seite 90 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seile 90 Z I O N Nr^8/9 An dieser Stelle verdienen t>eide Frauen auch darum besondere rühmende Erinnerung, weil sie mit Erez-Israel und der Arbeit des Misrachi verknüpft waren: R. Esriel Hildesheimer und Chaim Kahan waren Pioniere der pnn P2n| in verschiedener Ausprägung, beide aber in glühender Leidenschaft. Diese Palästinaliebe ging auch auf die Kinder über. Frau Geh.-Rat Barths gedenken wir hier aber in erster Reihe auch als der Mutter ihrer ganz unserem Werke gehörenden Kinder, die alle — auch die zu früh Geschiedenen — mit uns arbeiten, am meisten freilich unsere Freunde Lazarus und Aron Barth. In unseren Kreisen werden die Namen dieser edlen Frauengestalt n unverges-en b'eiben. n^n Hermann Gumpertz zum 80. Geburtstag. Die Landcszenlrale hat bereits Herrn G im pertz ihre Wünsche zu seinem So. Geburtstag entboten; doch drängt es mich, a'.:ch vor un-crem Leserkreis die ungewöhnliche Bedeutung dieses Mannes, der bei uns nicht organisiert ist. uns aber seine Sympathie bei bedeutsamer Gelegenheit öffentlich in prägnanter Weise bekundet hat. zu unterstreichen. In seiner Gestalt sind so seltene Gaben und Kenntnisse vereinigt, daß man schon auf große' historische Vorbilder zurückgehen muß, um einen zutreffenden Vergleich anstellen zu können — ungewöhnlich ist das rabbinische und allgemeine jüdische Wissen — nicht nur wenn man an Westeuropa und unsere Zeit denkt — sehr groß die allgemeine Bildung dieses Mannes: aber erhöht und überwölbt wird dies alles durch seinen ungemein kultivierten Geist, der sich nie an Einzelheiten, deren er so viele kennt, verliert, sondern stets durch synthetische Kraft imponiert. Die Gestalt eines so hochgezüchteten Intellekts und eine so hochstehende geistige Persönlichkeit war im gesetzestreuer. Lager stets eine Seltenheit. Es bedeutet für eine Zeit außerordentlich viel daß sie eine Figur wie Hermann Gumpertz in sich birgt. Wir, die wir in der räumlichen Nähe eines so außerordentlichen Mannes herangewachsen sind, standen von früher Jugend auf unter seinem Eindruck, saher. in ihm ein Vorbild und mögen auch unbewußt durch ihn beeinflußt worden sein. Sein geistiger Habitus läßt sich nicht von seinem Leben trennen. Kenntnis von Welt und Menschen, Aufenthalt in vielen Ländern und Berührung - mit vielea großen Männern, alles erleichtert durch seine Sprachbegabing und Beweglichkeit ließen ihn zu einem Weltbürger werden, in dessen äußerem und innerem Bild die Schönheit nicht fehlt. — Auch Erez-Israel bereiste er früh und begleitete mit kritischem Verständnis auch di? Renaissancebestrebungen unseres Volkes, immer die Einheit in Judenheit und Judentum suchend. Es wäre für uns und kommende Generationen ein großer Gewinn, wenn der Reichtum dieses Lebens, seiner Erfahrungen und Erkenntnisse durch den Jubilar selbst, eingebracht und literarisch bearbeitet würde. Unsere Wünsche begleiten ihn auf einen langen freundlichen Abend. Alexander Adler. Anläßlich seines Scheiden aus dem D.-Z.-B. Vor einigen Wochen hat unser Freund Alexander Adler seine Tätigkeit als Generalsekretär im Deutschen Misrachi — er gehörte und gehört außerdem der Landeszentrale an — aufgegeben, um in einen anderen Wirkungskreis überzusiedeln- Dieser Wechsel in der Geschäftsführung gibt uns Anlaß, in Dankbarkeit der Tätigkeit Adlers zu gedenken. Als er 1926 auf meine Veranlassung sich entschloß, zunächst einen Teil seiner Arbeitskraft, schließlich diese uneingeschränkt uns z.ir Verfügung zu stellen, fand er den Misrachi organisatorisch in einem nicht gerade glänzenden Zustand vor. Der organisatorische Aufb.ui ist sein Werk, und ebenso hat er Anteil an den Erfolgen, die der Misrachi seit damals errungen hat. Daß wir überhaupt, so schwere Situationen — schon 1926 rangen wir mit schweren finanziellen Sorgen — überwanden und dazu im deutschen Zionismus neues Ansehen erwarben, den schweren Kampf mit dem Weltmisrachi aufnehmen konnten, ist ohne Adlers Mitarbeit nicht zu denken. Hier an dieser Stelle gebührt ihm besondere Anerkennung für seine Arbeit am ,,Zion'\ den er ins Leben gerufen und dessen Ausbau viel Mühe gemacht hat, die aber nicht umsonst war. Es ist mir ein. Bedürfnis, bei dieser Gelegenheit auch einen Dank an die Adresse Ernst Simons zu richten, dei" geraume Zeit Mitredakteur war. Ungeachtet erheb'ieher politischer Meinungsverschiedenheiten wußten wir ste's den Wert von Simons Mitarbeit und seine große schriftstellerische Begabung zu schätzen; a '.ch hoffen wir, ihm auch weiter unter den Mitarbeitern zu begegnen. Adler wird auch weiterhin als Mitglied unserer L.-Z. und in anderen Gremien mit uns kooperieren, und so bedeuten diese Zeilen keinen Abschied sondern nur Dank, und so übermitteln sie lediglich unsere Wünsche für seine berufliche Zukunft. Kleine Nachrichten. Erfolge der Tachkemonie-Schule Unser Freund Hermann Struck überreicht uns einen Brief von Doktor Marshak, in dem er über die Erfolge der Schule berichtet. Wir geben folgenden Passus wieder: „Soeben erhalte ich aus London die Nachricht: von allen palästinensischen Studenten in London gelang es nur dreien die Jahresabschlußprüfung an der Universität zu bestehen. Darunter sind zwei Schüler d-T Reals'-hule Tachkemoni.''