Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 2 (1930)
- Issue
- 10-11 (10.1930)
- Date
- 1930-10-01
- Page
- Seite 142 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Safed 1× ep/1046078
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Seite 142 Z I O N Nr. 10/11 der Familie", die in Flucht oder entführungsartigem Verlassen der Stadt ihren Ausdruck findet, sind die in dem Artikel selbst hervorgehobenen Begleiterscheinungen des Vorganges. Wir sind weil davon, entfernt, ihn moralisch zu beurteilen und würdigen seine idealen Antriebe vollkommen. Wir wissein nur, daß auf diesem rasend schnellen Wege vom Extrem Safed zum Extrem Ein' Charod — der Artikel heißt „Von Safed bis Ein* Charod'" — dieser Jugend ihr ganzes Erbgut von Thora und Tradition verloren geht und wir fürchten, daß dieser unvermittelte Uebergang mancher und manchem auch individuell-charakterlich nicht immer nur gut bekommen wird. Jedenfalls müssen die. für die Thom und Tradition nicht nur abgelegte Werte der Vergangenheit sind, sondern Bausteine der Zukunft, die den Grund des neuen Hauses mittragen sollen, nicht einfach untätig zusehen, sondern der großen Kraft der religiös Linken eine andere Kraft entgegensetzen. Aber eben eine wirkliche Krall, also keine administrativen Verbote, keine ängstlich-arg - wohnliche Beaufsichtigung und auch keine l'rinzipienreiterei einer Jugend, die noch in den eigenen Grundsätzen nicht lest ist. aber von denen der Genosse in der Nachbarschaft weiß, daß sie mit den ihren in eine r Organisation nicht zu verbinden sind. Also nicht mit „Adath Hazofim" und nicht mit „Bnei Akiba", sondern nur mit — beispielsweise — „Adath Bnei Akiba"'. E. S. Ein Versuch zur Klärung. Von Dr. J. L e i b o w i 1 z, Köln. Autgefordert, Stellung zu nehmen zu dem v:>u Dr. Unna. Elfriede Strauß und Erich RosenbÜith gegen meine Ausführungen in Nr. 5 des „Zion"" erhobenen Einwände, glaube ich. zunächst einige tatsächliche Feststellungen machen zu müssen. Aus den Ausführungen einiger Diskussionsteilnehmer, insbesondere von Eltriede Strauß, gehl hervor, daß sie meinen Artikel als eine Art programmatischer Erklärung des Zeire Misrachi zu betrachten scheinen. Davon kann keine Rede sein. Gewiß habe ich für viele Gesinnungsgenossen und Freunde im Zeire Misrachi gesprochen: der Zeire Misrachi als solcher hat aber kein „offizielles" ideologisches System, und betrachtet es nicht als seine Aufgabe, eine Weltanschauung zu schaffen. Zweck und Sinn des Zeire Misrachi ist das gemeinsame We r k. das freilich eine gewisse Gemeinsamkeit des Denkens und Fühlens voraussetzt; die Werk- und Weggemeinschaft muß sich aber auch als stark genug erweisen, um aus sehr verschiedenartigen theoretischen Auffassungen eine gemeinsame Gesinnung und einen gemeinsamen Willen zu erzeugen. Ich habe die Diskussion nicht als parteipolitische Auseinandersetzung aufgefaßt und sehe meine Diskussionspartner auch nicht als offizielle Repräsentanten bestimmter a n d e r e r Richtungen an, gegen die ich mit einer schon feststehenden Argumentation vorgehen müßte. Gegenüber Elf iede Strauß muß nochmals klar betont werden, daß mir jede parteipolitische „Hetzjagd" auf die Jugend lernliegt. In diesem Sinne hat sie meine Polemik' gegen den Esra gröblich mißverstanden l). Freilich betrachte ich denjenigen, „der sich meiner Idee nicht anschließt, als Gegner und nehme mir das Recht, den Gegner zu bekämpfen", oder besser ausgedrückt: ich bekämpfe in ihm den Gegner meiner Idee.. Ich habe bisher geglaubt, daß dies eine logische Selbstverständlichkeit ist. und nie gedacht, daß sie geeignet wäre, Entrüstung hervorzurufen. Die sachlichen Einwände gegen meine. Auslührungen lassen sich in zwei Punkte gruppieren: unsere Stellung innerhalb des gesamten thoratreuen Judentums, die von allen drei gegnerischen Verfassern (Rabb. Unna, E. Strauß. E. Rosenblüth) behandelt wird, und unsere Stellung innerhalb des Zionismus, der ein Teil des Artikels von Dr. Unna gewidmet ist. Ich will versuchen, diese beiden Fragenkomplexe, trotzdem sie schwer voneinander zu trennen sind, in derselben Reihenfolge zu behandeln. Ich habe an die Spitze meines vorigen Artikels die Forderung nach strenger Klärung der Begriffe bei der Behandlung komplizierter abstrakter, ans .Metaphysische grenzender Fragen gestellt und sie als Voraussetzung jeder fruchtbaren Diskussion bezeichnet. Ich bin nicht überrascht zu sehen, daß diese, eigentlich selbstverständliche Forderung bei 1) Die von Elfriede Strauß angeführte Acußemng auf dem Leipziger Delegiertentag fiel in einer innerrnisrachistischen Auseinandersetzung über de Frage, ob die enge organisatorische Bindung an die Z.V. F. I). uns nicht die Heranziehung nicht - zionistischer Orthodoxer zur Palästinaarbeit erschwere. Als Gegenlx'ispiel führte ich an. daß es der Kölner Zeire Misrachigruppe trotz ihrer betont zionistischen Haltung ohne weiteres gelungen ist. das prinzipielle Einverständnis des dortigen Esra zu einer gemeinsamen Palästinaaktion (ich glaube Keren-Thora-wa-Awoda-Sammlung) zu erhalten. Alle Anstrengungen des Zeire Misrachi in bezug auf den Esra sind nur auf eine Kooperation in der praktischen Palästinaarbeit (z. B. Hachschara. wie es in Rodges verwirklicht ist) gerichtet. Wir haben nie, weder direkt noch indirekt, den Versuch gemacht, den Esra oder einzelne Esräer für uns zu „keilen". In Kreisen der Jugendbewegung ist es verpönt, daß sich die Bünde ihre Mitglieder gegenseitig abjagen, ein Prinzip, an das auch wir uns strengstens halten;