Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 1 (1929)
- Issue
- 5 (5.1929)
- Date
- 1929-05-01
- Page
- Seite 67 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 5 Z I 0 N Seite 67 Zeire Misrachi Berlin. In den neuen Jugendräumen dieser Gruppe am Monbijouplatz fand eine Acharon schel Pessachfeier statt, die von etwa 70 Chawerim, einschliesslich vieler Mitglieder des Brith Hanaar, besucht war. Die Versammlung wurde von Chawer Scharf geleitet. Herr Adler hielt eine Ansprache, in der er auf die Notwendigkeit einer engen Gemeinschaft aller jungenMisrachisten besonders hinwies und zur Aktivierung der Berliner Gruppen autforderte. Chawer Glas aus Tel-Aviv sprach aus'ülulich und interessant über die wirtschaftlichen und kulturellen Aufgaben des Poel Hamisrachi in Erez Israel. Chawer Dr. Leibowitz, Köln, forderte zur intensiven geistigen und organisatorischen Arbeit auf. Es wurde gesungen und getanzt. Der von d§n Führern gestifteten Bewirtung wurde kräftig zugesprochen. Nach dem gemeinsamen Minchahgebet sehloss die schöne Feier. Angeregt durch diese Veranstaltung, wird von jetzt ab jeden Schabbath Nachmittag ein „Oneg Scbabbath" stattfinden. Ein Absolvent der Jeschiwah von Raw Kook in Jerusalem ist zur Abhaltung eines Schiurs für diese Veranstaltungen gewonnen worden. Aus der Breslauer Gruppe. Aus Anlass der Anwesenheit des Direktors der Misrachi - Bank, Herrn David Zwi Pinkas, fand eine Aktion zum Verkauf von Bank Aktien in Breslau statt, die dank der Mitarbeit einiger misrachisti scher Damen guten Erfolg hatte. Einer unserer Breslauer Aktionäre stiftete bei dieser Gelegenheit seinen Altbesitz von 100 Aktien für Aufbauzwecke in Erez Israel im Sinne des Misrachi. Derselbe Freund unserer Tätigkeit übernahm bei dieser Gelegenheit neue 75 Aktien der Bank. Auch eine Reihe anderer Misrachisten und Freunde derMisrachiarbeit zeichneten Aktien. Aus der Misrachibank Aktion. Herr David Zwi Pinkas, Direktor der Misrachi Bank Tel-Ayiv, hielt sich einige Zeit in Deutschland auf, um an einer Aktion zu Gunsten des Aktienkapitals der Bank teilzunehmen. In Berlin fand eine Versammlung der bisherigen Aktionäre statt, in der Direktor Pinkas einen eingehenden Bericht über die Tätigkeit der Bank erstattete. Das Protokoll dieses Berichtes steht Interessenten auf Anfordern beim Zentralbüro in Berlin zur Verfügung. Die Aktion brachte einige gute Erfolge in Berlin und Breslau, so dass die in Deutschland untergebrachte Aktienzahl sich heute auf etwa 1200 beziffert. In den nächsten Wochen werden noch Aktionen in Frankfurt, Köln und Hamburg geplant. Wir machen darauf aufmerksam, dass das Zentralbüro für die sämtlichen Aktionäre das Incasso der Dividenden übernimmt. Bisher sind die Cupons Nr. 1 und 2 mit 3% resp. 4% zahlbar, in einigen Wochen wird auch der Cupon Nr. 3 fällig werden, voraussichtlich mit einer Dividende von 5%. Zeire Misrachi Köln. Mitglieder der Zeire Misrachi Köln besuchten in letzter Zeit verschiedentlich eine Anzahl rheinischer und westfälischer Städte, um für die Mierachi-Idee zu werben. In mehreren Orten ist es bereits gelungen, Gruppen des Zeire-Misrachi einzurichten. Ein grosser Teil der jüdischen Bevölkerung dieser Gegend ist traditionell eingestellt, sympathisiert stark mit der nationalen Idee, was kein Wundernimmt, da diese Menschen aus gutjüdischem Milieu des Ostens stammen. Die wirtschaftliche Lage erschwert es ihnen ausserordentlich, ihre traditionsgetreue Gesinnung auch in ihrem äusseren Leben zum Ausdruck zu bringen. Diesen Menschen zu helfen, Leben und Gesinnung mit einander in Uebereinstimmung zu halten, wäre eine sehr wichtige Arbeit. Der Misrachi könnte hier ein sehr wertvolles Stück sozialer und jüdisch-kultureller Arbeit leisten. Wir werden versuchen, unterstützt von unseren Chawerim Dr. Leibowitz und Dr. van Cleef, Köln, an diese Arbeit heranzutreten. Ortsgruppe Hamburg. Die Misrachi Ortsgruppe Hamburg hat gemeinsam mit der Zionistischen Ortsgruppe auf Initiative und unter tatkräftiger Mithilfe der Landeszentrale der Zeire Misrachi einen Vortragszyklus über „die Lehre" abgehalten. Die Vorträge wurden in Form eines Seminars gehalten und sollten einen Ueberblick gestatten über das Gebiet der Ueberlieferung in all seinen Auswirkungen auf das tägliche Leben des Juden und auf seine Gedankenwelt. Die ersten beiden Vorträge hielt Dr. Oskar Woltsberg, der einen allgemeinen Ueberblick gab über Inhalt und Form der mündlichen und schriftlichen Lehre. Dr. Arnold Barth sprach über „die Lehre als nationales Element", Rabbiner Dr. Harry Lewy, Regensburg, über „die Lehre als religiöses Element". Die Beteiligung an den Vorträgen war sehr gut, hauptsächlich jugendliche Kreise aller Richtungen wohnten ihnen regelmässig bei und beteiligton sich lebhaft an den auf die Vorträge folgenden Aussprachen. Der unserer Ueberlieferung zu Grunde liegende Ideengehalt wurde teilweise in vorbildlicher Art vielen Menschen nahegebracht, die ihm bisher ablehnend gegenüberstanden. Aber auch unserer eigenen Jugend wurde einmal in umfassender, übersichtlicher Weis^ ein Bild dessen gegeben, was sie sich erst aneignen muss, um es wirklich zu besitzen. Im Herbst dieses Jahres wird der Zyklus mit Vorträgen über das soziale, sowie über das künstlerische Element in der Lehre zu Ende geführt werden. Verantwortlich für die Redaktion: Alexander Adler, Berlin N 24, Monbijouplatz 10. Verlag des „ZION": Alexander Adler, Monbijouplatz 10. Druck: Itzkowski & Co., Berlin N 24, Anguststr. 69.