Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1869
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 180)
- Language
- German
- Belongs to
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182 In der That fanden die Juden bald Succurs. Der Bürgermeister und Rath der Stadt Prag wendeten sich an den Gouverneur und wiesen nach, welcher Schaden der Stadt bereits durch die Ausweisung der Juden aus Prag nach dem nahe gelegenen Lieben erwachsen sei. Sie meinen, es könnte ' diese Ausweisung ohne empfindlichen Schaden der Stadt nicht aufrecht erhalten werden. (Eingabe vom 8. Juni 1746). Während jedoch die Kaiserin unbeugsam in ihrem Entschluß war, suchten die Behörden die Schärfe des Gesetzes zu mildern. So gestattete das Militärcommando einzelnen Juden nach Prag zu kommen und daselbst über Nacht zu bleiben. Kaum erfuhr die Kaiserin davon, richtete sie an den Generalfeldzeugmeister Grafen Wallis folgende Zeilen, am 25. Juni 1746: „Wie wir nun unsere dir vormahls überschriebene gnädigste Willensmeinung, zufolge welcher bis längstens letzten des innestehenden Monats Juli kein einziger Jüd, unter was Vorwand es auch seyn möge, in einer zweystündigen Distanz umb Prag herumb, noch weniger aber in erst bemelt unserer königl. Stadt selbsten sich mehr betreten lassen solle, absolute und ad .literam befolget wissen wollen, so wirst du von jetzo obschwebenden Mlitäreornmaudo wegen alles Ernstes und unter schwerer Verantwortung darob zu halten haben, damit keinem von solchen leuten nach verflossenen obigen Termin in oder 2 Stunden weit umb Prag einiger Underschlich oder Aufenthalt gestattet, weder gegeben werden möge, dessen wir uns dann gnädigst vergewissert wissen wollen." Dieser Befehl, der, wie natürlich, ad literam ausgeführt werden sollte, war ein neuer schwerer Schlag für die Juden Prags. Bis dahin, wo sie in der Nähe Prags lebten, war es ihnen möglich, jeden Tag nach Prag zu kommen, und waren so in der Lage, die Geschäfte abzuwickeln, was nun zur Unmöglichkeit wurde. Man darf dabei nicht außer Acht lassen, daß die Juden in Prag unbewegliches Gut von sehr bedeutendem