Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1862
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 310)
- Language
- German
- Belongs to
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316 Azamor wurde als der spätere Wohnort dieses' Mischen Helden angegeben; nach Azamor wollen wir nunmehr die portugiesischen Eroberer, begleiten. Sie ist nur wenige Meilen von Fez entfernt, nächst Safi die vornehmste Stadt der Provinz Duccala. Lange vor der Einnahme von Säst durch die Portugiesen hatte König Manuel, um die Freundschaft und den Frieden ferner aufrecht zu erhalten, einige vertraute Münner in der Stadt. Auf ihren Betrieb und mit Beihilfe des Rabbi der dortigen Juden, Namerrs Abraham, geschah es im Jahre 1512, daß die Einwohner von Azamor mit Zustimmung ihres Führers Muley Zeyan durch Briefe und Verträge sich dem Könige von Portugal unterwarfen. Nachdem aber Muley Zeyan, welcher mit der größten Tyrannei herrschte, die Verträge mit Portugal mehrere Male gebrochen hatte., beschloß er 1513 die Stadt durch Gewalt einzunehmen. Er ließ eine Flotte von mehr als 400 Segeln ausrüsten und übertrug seinem Neffen D. Jaime, Herzog von Braganya, den Oberbefehl. Am 23. August ging D. Jaime unter Segel; schon nach wenigen Tagen erblickte er Azamor. : Muley Zeyan rückte mit einer ansehnlichen Kriegsmacht, von girren beiden Söhnen begleitet, den Portugiesen entgegen; er selbst hatte das Commando übernommen. Es kam zum Kampf. Mit Löwenmuth vertheidigten sich die maurischen Krieger. Plötzlich erhob sich ein lautes Wehklagen in der Stadt ihr tapferer Befehlshaber, welcher nicht allein mit seiner furchtbaren Stimme, sondern mit Händen und Füßen die Seinen zum Kampfe anfeuerte, der gepriesene Eide Mansus war von einer Bombarde niedergeworfen. Mit ihm war all ihr Muth geschwunden. Sie zogen aus der Stadt und zwar in solcher Hast, daß über achtzig in den Thoren erdrückt wurden. d'Angonlerns 1e pere (Paris 1667) 69. Aboäb, Nemologia, 305; mein Menaffe best Israel 1. e. 162; Barrios, Historia Universal Judayca. 8.