Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1862
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 136)
- Language
- German
- Belongs to
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Tyrus ein lebhafter Handel erblühete, den vorhin besprochenen ziemlich lyrischen Münzfuß eingeführt haben. Nach Levy S. 26 stam-' wen aus dieser Periode Münzen her, die unter Autorität der Herrschenden in den schon erwähnten Münzstätten, ferner in Diospolis, Gaza und Apollonia (nördlich von Joppe) geprägt wurden. Aus der einstweiligen Herrschaft des attischen Münzfußes in Judäa erklärte es sich uns oben, daß nachdem man die 20 Gera auf Obolen bezogen, doch nicht der Schekel zu 3^, sondern zu 4 Lyrischen Drachmen berechnet wurde, nämlich weil erst 4 lyrische (274 Gran) 3} attischen gleichkamen.*) Denn, wie oben schon bemerkt wurde, lfattische Drachmen als halben Schekel zu entrichten war mühselig: man wählte darum zu diesen Zahlungen die völlig entsprechenden Lyrischen Didrachmen, und gewöhnte sich in Folge dessen bald daran die Lyrischen Tetradrachmen als genaues Aequivalent des mosaischen Schekel anzusehen; die um etwa 6 Gran leichteren ptolemäischen Didrachmen, welche ohne Zweifel jetzt auch in Judäa cursirten, mag man als nicht vollwichtige sich gescheuet haben zu Tempelabgaben zu verwenden; und wenn mit der Herrschaft der Seleuciden über Judäa (von 203 an bis zu den Mackabäern) der attische Münzfuß wieder dorthin gedrungen sein sollte, was aber anzunehmen um so unnöthiger ist, als neben ihm in Syrien selbst der Lyrische herrschte, wie wir sahen: so war doch jedenfalls diese Herrschaft nur von sehr kurzer Dauer. Als nun Schimon Mackabäus 138 vor der gewöhnlichen Zeitrechnung das Münzrecht erhielt und Schekel wie Schekeltheile prägen ließ, war es daher ganz natürlich, daß er hierbei den Lyrischen Münzfuß zu Grunde legte: er hielt das Gewicht des lyrischen Sela wirklich für das mosaische Schekelgewicht. *) Wenn die nach S. 112 seit Nechemja eingeführte Zahlung eines Drittels des persischen Silberstückes von 205 Gran an den Tempel unverändert bis zur griechischen Zeit fortgedauert hätte, so wäre es übrigens ein zu großer Sprung gewesen, alsdann plötzlich 10 attische Obolen, die grade das Doppelte betrugen, zu entrichten; und ich vermuthe daher, daß man in der späteren persischen Zeit wieder den Sitderdareikus von 302| Gran gezahlt hatte.