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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1862-01-01 · Heft 1 · page 96

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1862
Issue
Heft 1
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 96)
Language
German
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98 aus ein Handelsvolk; geschichtliche Einflüsse, die sich großentheils noch nachweisen lassen, haben ihnen diese Erwerbsthätigkeit abgezwungen. Aber, sei nun die Anlage dazu eine gleichwohl diesem Stamme angeborene, die nur der Erweckung harrete, oder liege es in dem jüdischen Wesen, jederlei Richtung, welche das Geschick ihm aufnöthige, mit Talent zu verfolgen: das ist unbestreitbar, daß, wenn einmal eine gute Geschichte des Handels geschrieben werden wird, den Juden ein Hauptabschnitt darin nicht versagt werden kann; desgleichen wenn erst einmal in einer Geschichte der Menschheit die Beschreibungen blutiger Schlachten etwas abgekürzt werden, um für eine gebührende Würdigung auch der friedlichen Bestrebungen der Völker einigen Raum zu gewinnen, alsdann, so nur Unparteilichkeit die Feder führt, der vielgeschmähete jüdische Handelsgeist seine Ehrenrettung und seinen Ehrenplatz finden wird. Man wird fühlen, wie nöthig aber hiefür und wie wünschenswerth überhaupt es sei, daß einmal eine Geschichte des jüdischen Handels geschrieben werde; und ich habe deshalb unternommen, wenigstens einen Theil derselben, nämlich den von der ältesten bis in die talmudische Zeit hinein, selber zu bearbeiten: doch weiß ich sehr wohl, daß eine Darstellung des ibräischen Handels (während der ersten Hälfte des eben erwähnten Zeitraumes), so interessant sie sein kann, und so unerläßlich sie zur Vollständigkeit des Ganzen ist, doch in vielem Betracht nur eine Einleitung bilden kann. Für eine Wetterführung dieses Themas durch so endlos viele Jahrhunderte bis zur Gegenwart herab und für die nothwendige Ausdehnung desielben über alle die zahllosen Länder der jüdischen Diaspora — sind die Materialien aus so unglaublich vielen Quellenschriften zusammenzutragen, daß ich diesen reicheren Theil jüngeren, rüstigeren Kräften überlasten muß, zugleich aber auch auf das Wärmste zur Bearbeitung empfchH. Nur möchte ich nicht den Impuls zu einer 1 Fabrikarbeit gegeben haben, und auch nicht darin' blendenden Einfällen gefolgt sehen, wie z. B. Kießelbach in seinem Buche „Der Ggng des Welthandels" ohne Nachweis und kaum achtelswahr aufstellt, daß die Juden hierin die Erben der Tyrier waren.

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