Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1861
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 240)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3138070-3138077-3138078--0528-3138618- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
222 Sein Schmuck, bestehend in 12 stlbernen Knöpfen (!) 2 fl. Das ganze Inventarium belief sich auf 400 fl. 13 Sous And mit Abzug der Kosten 390 fl. 14 Sous. Spinoza hatte, befohlen, daß unmittelbar nach seinem Ableben sein Pult, in welchem seine Papiere und Briefe verschlossen waren, an den Drucker Joh. Rieuwertz in Amsterdam geschickt werde, dessen Empfang dieser auch in der Antwort an van der Spyck vom 25. März 1677 bezeugte. Seine Verwandten bemühten sich vergebens, zu erfahren, was darin enthalten fei, wie Rieuwertz schalkisch bemerkt, aber sie hätten -es doch nicht zu schätzen gewußt. Wir verdanken diesem Pulte nämlich die nachgelassenen Werke Spinoza's. Diese sind: die Ethik; der politische Traktat (nicht ganz vollendet); der Trakiat über die Verbesserung der Erkenntnißkrast (nicht ganz vollendet); die Briese, die hebräische Grammatik (nicht ganz vollendet). Er hatte außer diesen auch eine Abhandlung über den Regenbogen geschrieben, die er jedoch 6 Monate vor seinem Tode in's Feuer geworfen. Das gleiche Schicksal hatte -eine Uebersetzung des alten Testaments in's Flamändische, von der die 5 Bücher Moses längst vollendet waren; er übergab sie wenige Tage vor seinem Tode den Flammen. Hieraus, so wie aus dem Umstände, daß er einen Arzt sich kommen ließ. können wir wohl mit Recht schließen, daß er seinen Tod norausgefühlt, aber dieses Gefühl eben so wenig Anderen mitgetheilt habe, wie er während seines ganzen Lebens Anderen seine Schmerzen offenbart hat.