Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1861
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 177)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3138070-3138077-3138078--0465-3138555- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
158 Anzahl Juden, welche durch diese wilde Nation sehr grausam behandelt werden. In Marocco, der Residenz, haben sie ihren Nagid oder Fürsten, der sie regiert und ihr Richter ist; jetzt fungirt als solcher Herr Moses Palache;-2«5) $ox ihin war an demselben Hofe die edle Familie Ruth es, welche die Macht und die Jurisdiction jeder Art Bestrafung, Leben und Tod ausgenommen, in Händen hatte. 20 6) In den Niederlanden wurden die Juden mit vieler Liebe und außerordentlichem Wohlwollen ausgenommen, besonders in der berühmten Stadt Amsterdam, 2Ü7) in der es nicht weniger als vier hundert Familien gibt. Wie bedeutend der von ihnen nach dieser Stadt verpflanzte Handel und Verkehr ist, zeigt die Erfahrung deutlich genug. Sie besitzen nicht weniger als drei hundert Häuser, betheiligen sich reichlich an der Ost- und West-Indischen Compagnie, und nennen außerdem noch so viel ihr eigen, daß, wenn sie nur einen Deut von jedem holländischen Pfund für alle Arten Waaren, welche eingehen und wieder eben so viel für die, welche ausgehen, bei Seite legen und das, was wir außerdem jährlich 205) Samuel Palache, der Vorgänger und Verwandte des hier genannten Moses war Gesandter des Kaisers Muley Sidan bei den General-Staaten von 1591 an; sein Bruder Joseph Palache kämpfte als General gegen Spanien. Samuel starb 1616 zu Haag. Prinz Moritz von Oranien und der ganze Adel folgten seiner Leiche, welche in Amsterdam begraben wurde. 8pes Israeli, 93 (hebr. Uebers. 55 a); B arrios, 1, c. 20. 206) Spes Israelis, 93: „In Barbaria Domini Butes fuerunt semper Sekes“. — Ia eob Ruthe s, aus Spanien vertrieben, erwarb sich die Gunst des Kaisers von Marocco; Abo ab 1. e. 306; B arrio s, 1.6. 13. 207) Vgl. hierzu Estat. de Nebuchadn. 248: „... Que oores bastantes y palabras suiicientes pueden parangonar eon lo que deuemos a los muy altos, y poderosos Senores Estados Generales, y benignissimo Magistrado de Amsterdam, que no queden muy diminutas. Cierto no se puede encarecer la clemensia con que somos protegidos ni el amor, afficion, y fidelidad de los nuestros para con esta Bepublica“; vgl. auch. Lu z z atto, 1. c, p. 93.