Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1861
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 143)
- Language
- German
- Belongs to
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124 nasse die geachtete Stellung nicht, welche er sich durch sein emsiges Streben und seine mühevollen Arbeiten in der Welt errungen hatte seine Neider benutzten jede Gelegenheit, ihn zu verdächtigen; mit seinen Collegen lebte er nicht in Eintracht. Alles das war wenig geeignet, seinen äußeren Verhältnissen eine bessere Wendung zu geben. Noth und Sorgen verließen ihn nicht, die Arbeiten, welche die verschiedenen Berussgeschäfte ihm auferlegten, nahmen von Jahr zu Jahr zu, und doch unterzog er sich ihnen in Geduld, gern zufrieden, den bescheidenen Ansprüchen, welche das Leben an ihn stellte, genügen zu können. Eine gute Stütze fand er mehrere Jahre hindurch an der von ihm errichteten Druckerei, aus der mehrere treffliche hebräische und spanische Bibelaüsgaben, Pentateuche, Psalter, Gebetbücher und zum Theil seine eigenen Schriften hervorgingen120),. aber auch dieser Erwerbszweig wurde später durch Concurrenz beschränkt, so daß ihm, seiner eigenen Versicherung nach, kein anderer Ausweg blieb, als sich dem Mercur in die Arme zu werfen: der Rabbiner wurde durch die Noth gezwungen, Geschäftsmann zu "werden121). Zu diesem Zwecke hatte er schon gegen 1638 seinen Verwandten 12a) Ephraim Soeiro nach Brasilien 123) geschickt, in der Hoffnung, aus dem von diesem 120) Vorrede zum 2. Theile des C oncil.: „... mi Typographia Hebrea . . . saque a luz tres Biblia Hebraicas, tres Humassim Hebraicos y uno Espanol con marginales notaswährend der ganzen Zeit ihres Bestehens wurden über sechszig Werke in ihr gedruckt. 121) De Term. Yit. 236. „At nunc quasi mei oblitus, mercaturam exerceo ... quid faciam? Nec opibus Croesus, nec animo Thersites sum?" 122) Ibid. 237: „Fratrem Ephraim Soeiro in Brasiliam misi , si forte per eum ex mercatura melior quaedam facula mihi illucescat.“ Ob Ephraim Soeiro der Schwager Menasse's gewesen, dürste bezweifelt werden, seine Mutter, deren Tod er 1651 meldet, war eine geborene Soeiro, seine Frau stammte (s. oben S. 89) aus der Familie Abravanel. 123) Carmoly, 1. c. II, 301: „II en fit part a son frere, riche negociant a Bäle.“