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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1861-01-01 · Heft 1 · page 71

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1861
Issue
Heft 1
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 71)
Language
German
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51 ziger Post in Leipzig zu sein. Diese geht täglich um 7 Uhr von Leipzig ab. Ich nahm daher zwei Pferde zum Reiten, ließ den Salman und Hillel bei meiner Kutsche und ritt mit Leibche nach Leipzig, wo ich, obgleich es 7 Meilen sind und trotz des schlechten Weges, mit dem Schlage 6 Uhr eintraf, während leibche zurückblieb, weil er des überaus schlechten Weges halber nicht mit fortkommen konnte. Sofort schrieb ich nach Hannover und andern Plätzen, wohin Donnerstag früh Posten abgehen. Darauf besuchte ich meine Schwiegereltern, welche sich sehr freuten, mich in Freiheit zu sehen. Freitag Abend, während ich bei jenen speiste, kam der. Sekretär Bademeister mit Schreiber Stutzer herbeigesahren. Ich ging mit ihnen dahin, wo sie Quartier genommen hatten und brachte sie, weil dasselbe ihnen mißfiel, besser unter. Bademeister sagte mir, er habe von den Geheimräthen zu Hannover ein scharfes Schreiben an den Fürsten, wolle aber, da er unterwegs vernommen, daß ich frei wäre, erst von mir hören, wie alles stehe, und gar nicht nach Dessau gehen. Dies war nicht wohlgethan. Er rieth uns aber, künftig nicht über Cönnern zu reisen, sondern über Merseburg, um das Dessauer Gebiet zu meiden. Ich folgte ihm hierin. Als ich durch Aschersleben kam, traf ich im Posthause den Amtmann, der mich verhaftet hatte, so daß ich fast meinte, er sei da, um mich wieder gefangen zu nehmen; allein er hatte weder die Absicht, noch eine Ordre dazu, und wir unterhielten uns über gleichgiltige Dinge. So kam ich denn glücklich in Hannover an. Hier nahmen die Geheimen Räthe und bald auch des Königs Majestät den Vorfall in ernste Erwägung. . Man fertigte einen Kanzlei-Boten nach Dessau ab. Dieser sprach den Fürsten, ohne ihn zu kennen, und fragte ihn, wo der Fürst sei, worauf der Fürst ihm antwortete: Auf der Jagd'. Wenn er etwas hätte, möge er sich an die Kammer wenden, die ihn bescheiden werde. Die Kammer aber antwortete aus seine Eingabe, da der Fürst nicht zu Hause' sei, so könne sie das 4*

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