Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1860
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 212 (sequence 210)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 82% known words query
- IRI
…/3138070-3138071-3138072--0212-3138302- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Goslar 1× ep/1044636
OCR text
212 in seinem Ehurhannöverschen Kirchenrechte II p. 182 der Angabe Junges und M. Cohen (Ueber die Lage der Jnden nach gemeinem deutschen Rechte mit besonderer Berücksichtigung des Königreichs Hannover p. 17) sagt sogar, daß bereits im 12. und 13. Jahrhunderte die Juden in Hannover und Lüneburg eigene Straßen bewohnt haben sollen! — Die Judenstraße in Hannover betreffend, ist übrigens zu merken, daß in den ältesten Zeiten und noch im 15. Jahrhundert die jetzige Schuhstraße und später bis vor wenigen Jahren die jetzige Ballhofstraße, welche 1365 noch die kleine Straße und später die Bockstraße hieß, diesen Namen führten. Vgl. Grupen loc. cit. p. 333 und Hoppe: Geschichte der Stadt Hannover p. 70. 3) Siehe Lauenstein (historia diplomatica episcopatus Hildesiensis p. 94), dem auch Zeppenfeldt in den Beiträgen zur Hildesheimischen Geschichte I, 273 folgt. Wenn wir aber die Bestätigung dieser Nachricht bei dem sonst' so gründlichen Lüntzel in seiner Geschichte der Diö-, cese und Stadt Hildesbeim vermissen, so kommt dies wohl daher, daß sich der die Culturgeschichte des 13. Jahrhunderts umfassende Abschnitt in dem Nachlasse dieses um die Geschichte seiner Vaterstadt so hochverdienten Mannes nicht vorfand. 4) Es heißt nämlich in jenem Erlasse (Vgl. Göschen die goslarschen Statuten p. 116): Nullam indebitam molestiam sive captivitatem Judei civitatis sustinebunt a nobis et defendemus ipsos amicabiliter et benigne tamquam specialis camerae servos: sed sicut debitum est, servient nobis tamquam domino suo et Romanorum regi. In Goslar war also der Judenschutz nicht wie in Hildesheim und später in Hameln und Hannover und in Rücksicht auf einzelne Juden auch in Göttingen, dem Rathe der Stadt übertragen. 5) Es heißt nämlich in demselben (Vgl. Göschen loc. cit. p. 117): Wir bestätigen den Bürgern die früher ihnen eingeräumten Rechte ita tamen quod jura nostra tam de Judaeis quam aliis in eadem civitate regali fisco de consuetudine et de jure cedencia nobis servent et servari faciant illibata. 6) Göschen loc. cit. theilt diese Urkunde, die Havemann in seiner Geschichte der Lande Braunschweig und Lüneburg I, 637 unrichtig aus dem Jahre 1284 datirt (vgl. dagegen Böhmer's Regesten des Kaiserreichs p. 128) mit, welche ihrer Wichtigkeit wegen hier einen Platz verdient. Sie lautet: Rudolpbus dei gracia Romanorum rex semper augustus universis Judeis Goszlariensibus camere sue servis graclam suam. Cum vos pro reparacione palacii nostri Goszlariensis sex marcas singulis annis persolvere debeatis, quas aliquibus annis solvere prout intelleximus neglexistis, devotioni vestre firmiter et