Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1860
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 103)
- Language
- German
- Belongs to
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100 Rotationen und Brüderschaften blieben sie, trotz der ehrenhaften Stellung, welche sie als Goldarbeiter, Grossisten und Manufaeturisten in der Stadt einnahmen, auch ferner ausgeschlossen, und hielt es ein Cavallero wohl nicht unter seiner Würde, mit ihnen in den Straßen zu verkehren, ihre Läden zu besuchen und seine Einkäufe bei ihnen zu machen, so mied man dennoch jede nähere Verbindung: „der niedrigste Troßbub" und die gemeinste Stallmagd wandte sich mit Verachtung von einem Juden oder einer Jüdin." Ganz erwünscht kömmt mir beim Schlüsse dieser Abhandlung die Unterhaltung, welche ein englischer Jude vor Kurzem mit einem spanischen Edelmann aus Mallorca hatte und welche ich meinen Lesern nicht vorenthalten will. „Ich wurde," so erzählt der Engländer, „in eine Gesellschaft eingeführt, in welcher sich drei Spanier befanden. Sie waren sämmtlich hochgebildete Staatsbeamte. Als ich einem dieser meiner neuen spanischen Bekannten als Jude vorgestellt wurde, glänzte freudig sein Gesicht und er trennte sich während des ganzen Abends nicht von mir. Er erzählte mir, daß er in Mallorca geboren sei, seit 1830 aber in Madrid lebe. Er kannte seine jüdische Abstammung und theilte mir mit, daß sich über tausend Familien aus der Heimathsinsel befänden, welche, sämmtlich jüdischen Ursprungs, sich nur unter einander verheirathen; daß er im Besitze wichtiger, seine Ahnen betreffender Documente sei, und versprach, sie mir in Abschrift mitzutheilen. Einige jüdische Wörter wie Sepher, Thora, Sch'ma waren ihm bekannt, sie hatten sich traditionell in der Familie erhalten."^) 61) Jewish Chronicle, XVI, Nr. 234 (10. Juni 1859) 2.