Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1860
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 72)
- Language
- German
- Belongs to
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Jfti gleicher Entfernung von der afrikanischen Küste und dem spanischen Festlande liegt in dem Theile des mittelländischen Meeres, welcher das iberische genannt wird, eine kleine Inselgruppe, die all' das Gute und Herrliche in sich vereint, das durch die übrigen Reiche der Welt zerstreut ist. Mit welcher Freigebigkeit ist dieser kleine Landstrich von der Natur ausgestattet worden! Das Klima ist mild und freundlich: „der Sommer quält uns nicht mit allzu großer Hitze, des Winters allzu strenge Kälte ist uns unbekannt." Berge, welche die Wolken zu erstreben scheinen, umsckließen eine Menge der lieblichsten Thäler; Dorf lagert neben Dorf in buntem Gemisch. Das sind die „goldenen Inseln" der Alten, das ist Mällorca. Nirgends lebt's sich schöner als aus Mallorca, rief der „weise König" von Castilien, Alphons X., einst aus, und spricht der durch die Natur verwöhnte und verweichlichte Spanier noch heute und mit Recht. Mallorca wird von Jedem, der es besucht, als ein Paradies begrüßt und geschildert. Hier breiten Mandelbäume ihre mit silberweißen Blumen beladenen Zweige aus; hier reizen Orangen das Auge durch ihre Goldfrüchte und die Fülle ihrer Knospen hauchen balsamischen Duft; hier erhebt der Palmbaum seine majestätische Krone gegen den klaren, unbewölkten Himmel; hier senkt der Cactus. Afrika's Kind, seine dorn- und feigenreichen Arme zur Erde; hier, endlich, bedeckt der Weinstock die Hügel und Abhänge mit